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 Liebe Freunde und Besucher, herzlich Willkommen im

Tagebuch einer Japanreise - Teil 7

Auf diesen Seiten möchte ich Euch einen Eindruck von meinem Japanaufenthalt

in Zentsuji vom 10. April 2006 bis 16. März 2007 vermitteln.

 

 

19. September 2006

Es heißt immer, keine Nachrichten sind gute Nachrichten. Und so kann man wohl sagen, mir geht es, auch nach fünf Monaten auf dem Betrieb Kondo in Zentsuji, Kagawa, weiterhin gut. Die letzten Wochen hatte ich einfach wenig Lust zu schreiben und so wird das heute eben ein etwas längerer Beitrag.

Mit diesem 19. September sind die ersten 5 Monate also rum. Für eine Zwischenbilanz fehlt mir grad der Sinn. Mir gefällt es immer noch, die Arbeit hat sich von Negi eher in Richtung Kohl pflanzen und hacken verschoben und gerade läuft die Reisernte auf Hochtouren. Weiterhin werden tausende Salatsetzlinge produziert und wenn ich heute schon an die Ernte denke.... aber auch wenn ich die ersten Wochen doch von Rückenschmerzen geplagt wurde (kein Wunder nach acht Jahren Schreibtischtäterei), habe ich damit keine Probleme mehr und so sehe ich selbst dem Salat relativ gelassen entgegen. Überhaupt ist Gelassenheit die wahrscheinlich wichtigste Gemütsverfassung, um in Japan entspannt über die Runden zu kommen. Wenn, ja wenn einem auch manchmal fast der Kragen platzt....

 

Denn

Wer nichts wird, wird....

Wirt, sagt ein nicht gerade freundliches Sprichwort in Deutschland. Ob dieses Sprichwort in Japan auch bekannt ist, kann ich nicht sagen, aber es muss eine Entsprechung geben, die sagt „Wer nichts wird, will Bauer werden“. Wie sonst kann ich mir diesen Praktikanten erklären? Ich muss jetzt aufpassen, dass ich nicht unfair werde, denn der hat mich trotz aller Gelassenheit beinah um den Verstand gebracht. Aber von vorne:

Seit heute haben wir also mal wieder einen Wochenpraktikanten, der zudem in der Wohnung neben mir logiert. Das kuriose an dem ist zum Einen, dass der noch größer als ich ist und zudem ein sehr gutes Englisch und auch ein relatives „gutes“ Deutsch spricht. Beim Negiernten kann man recht wenig falsch machen und so war das erst mal kein Problem. Zum Ernten gehört aber nun mal auch das Waschen und wer durfte ihm das beibringen? Klar, ich. Also alles auf schön langsam gestellt und ihm die Sache (auf Japenglisch) erklärt. Nicht wirklich schwierig, das Ganze und am Anfang darf man getrost langsamer sein. Aber selbst nach dreimaligem Erklären und viermaligem Zeigen war er nicht in der Lage, die Sache zu kapieren. So was geht dann irgendwann an die Nerven. Noch langsamer und ich hätte das auch alleine geschafft.

Doch auch hier sollte das Leiden noch lange nicht zu Ende sein. Anschließend hieß es, künftige Kohldämme herrichten. Auch kein Hexenwerk, wenn man es einmal erklärt bekommt und ein wenig sein Hirn einschaltet. Der aber ist doch tatsächlich zu doof, erstens zuzuhören, zweitens zuzuschauen und drittens offensichtlich auch zu denken. Wie sonst kann man sich erklären, dass er nicht in der Lage ist, mit einer Hacke einen Grabe zwischen zwei Dämmen zu ziehen???? Herrgott, ich hab’s zigmal auf Japanisch und auf Englisch erklärt und was macht der? Der Damm hatte statt einer ebenen Oberfläche das Relief des Himalaja und der Entwässerungsgraben war doch glatt fünf Zentimeter tief und statt gerade krumm, wie ein mäandernder Bach. So was macht mich fertig, wenn einer so gar nicht kapieren will. Und den habe ich noch die ganze Woche am Hals......

Grundsätzlich könnte mir dessen Arbeit ja egal sein, aber wenn der Lehrling nichts kann, fällt das automatisch auf dem Lehrherrn zurück...

Und so was will Internationale Handelsbeziehungen studiert haben und jetzt Gemüsebauer werden.

 

Aber was soll’s, berichten wir lieber von unterhaltsameren Dingen. Wie zum Beispiel meinem

Ersten Kyudoturnier in Japan

Neulich kam doch glatt Sakai-sensei und ernannte mich zum dritten Schützen in der Wettkampftruppe (siehe Prüfungsbericht vom 3.9.) mit ihr und Iwane-san am 17. September in Takuma, rund 30 min. von Zentsuji entfernt. Klar, dass ich mir so ein Schauspiel nicht entgehen lassen konnte und selbst Stefan wollte sich den Spaß anschauen.

Das Turnier fand also im Dojo von Takuma statt. Rund 40 Schützen hatten sich eingefunden und die Entscheidung, ob nun enteki geschossen werden sollte oder nicht, wurde bald alle fünf Minuten geändert, denn Taifun Nr. 13 wollte immer noch nicht Ruhe geben und konnte sich nicht entscheiden, ob er’s regnen lassen wollte oder nicht. Letztendlich konnte aber der enteki-Wettkampf zwischen zwei Regenpausen abgehalten werden.

Ein paar Worte vorab zu den Regularien. Dieser Wettkampf war zweigeteilt. Zuerst vier Pfeile im kinteki-Modus (Standarddistanz 28m), anschließend 2 x 4 Pfeile enteki und hinterher noch mal 4 Pfeile kinteki. Im ganzen also 16 Pfeile. Eine Mannschaft (tachi) besteht aus drei Schützen, die neben der Mannschaftswertung auch gleichzeitig einzeln gewertet werden.

Glücklicherweise hatte ich mir die Wettkampfzeremonie schon mal irgendwo anschauen können ...  ich war aufgeregt, wie bei einer Prüfung. Und glücklicherweise habe ich noch nie in meinem Leben auf 60 m geschossen. Unter diesen Vorraussetzungen kann man doch nur gewinnen, oder?

Vor dem eigentlich Turnier konnte ich immerhin mal sechs Pfeile enteki schießen, um nicht ganz doof dazustehen. Nachdem der erste und zweite deutlich zu tief lagen, dacht ich mir, hältste halt mal kräftig höher – Scheiße war’s, das halbe Dojo hat danach meinen Pfeil im dichten Gestrüpp hinter dem vier Meter hohen Pfeilfangnetz gesucht. Peinlich, kann ich Euch sagen...

Das Turnier selbst hat dann aber doch ziemlich viel Spaß gemacht. Kinteki war aus meiner Sicht ok, enteki habe ich gar nichts getroffen, was mich ordentlich gewurmt hat, aber beim ersten Mal auch kaum anders zu erwarten war.

Letztendlich sind wir nicht gerade Letzte geworden, aber viel besser waren wir nicht, denn auch Sakai-sensei und Iwane-san waren nicht sonderlich gut drauf.

Stefan und ich sind aber auch so mal wieder aufgefallen, wie große weiße Ausländer in Japan. Iwane-san hat mich jedem anwesenden Sensei warum auch immer persönlich vorgestellt und ihm gleich gesteckt, dass ich demnächst shodan bin (meint er). Dabei waren die meisten von denen in „meiner“ Prüfungskommission zum 1. Kyu und ich war also kein unbekanntes Gesicht mehr.

Und dann haben nach der Eröffnungszeremonie drei Männer vor versammelter Mannschaft geschossen, die auf irgendeinem nationalen Turnier Kagawa vertreten haben. Wenn von zwölf Pfeilen elf treffen, will man 1. vor Staunen den Mund offen lassen und 2. frustriert das Schießen aufgeben. Respektable Leistung, kann ich da nur sagen.

 

Nach fünf Monaten Japan kann man von guten Sprachkenntnissen noch lange nicht reden und doch, da die Japaner ja ein sehr freundliches Volk sind, loben sie einen allenthalben.

Alles jousu, oder was?

Springt man denn in das kalte Wasser und redet mit einem der Eingeborenen, kommt unter Garantie nach recht kurzer Zeit „Nihongo wa jousu desu, nee“ was soviel wie „Dein Japanisch ist aber gut“ heißt. Überhaupt ist alles, was man nicht grundverkehrt macht, „jousu“.

Nur – da man selber genau weiß, dass man alles andere, als „jousu“ ist, geht mir (Stefan gleichermaßen) der Spruch mittlerweile so auf den Zeiger, dass man am liebsten dem Sprecher die Meinung sagen wollte. So freundlich das gemeint ist, es nervt einfach und macht einem die eigene Unkenntnis nur jedes Mal noch deutlicher.

Wenn einer von uns beiden den anderen ärgern will, lobt er ihn einfach....

Besonders gut haben das die neuen Chinesen in ihren ersten Tagen hier gekonnt. Dass deren Japanisch ähnlich schlecht war, wie meines noch vor fünf Monaten, ist fast klar. Daher waren sie so „begeistert“ von meinem „tollen“ Japanisch, dass ich häufiger mal ein Lob von ihnen bekommen habe. Das ist ungefähr so, wie wenn ein Japaner mein Chinesisch loben würde. Ich habe mich jedes Mal beinah in die Ecke (oder unter den Kohl) geschmissen, vor Lachen.

Mittlerweile haben sie auch gemerkt, dass mein Japanisch noch lange nicht das Güldene vom Ei ist und ich habe schon lange kein „anata no nihongo wa jousu desu“ gehört ;-)

 

Oder neulich – ich hatte mal wieder eingehend Bekanntschaft mit meiner Freundin (der Frühlingszwiebelwaschmaschine) geschlossen und laufe so mir nichts, dir nichts aus meinem Waschkabuff, als da doch plötzlich rund 25 Schüler direkt vor mir auf dem Boden sitzen, die fünf Minuten vorher noch nicht da saßen. Ich bin erstmal erschrocken, aber habe dann meine Negi abgestellt und weitergearbeitet. Kondo-san war gerade am eine Rede vor den Jungs und Mädels halten und auch ein paar Erwachsene waren dabei.

Soweit, so gut, bis Kitaoka-san, einer von JA Zentsuji, der Meinung war, Ito-san und ich sollten uns doch mal vorstellen. Also im schönsten Arbeitsdress (nass und dreckig) vor die Gruppe hingestellt. Ich wollte mich auf Englisch vorstellen, aber Cheffe war hart: „Auf Japanisch“. Aber wenn man eines in Japan mit Sicherheit lernt, dann ist es die Selbstvorstellung, die man allenthalben von sich geben muss.

Klar kam dann natürlich die Frage eines Lehrers, wie lange ich denn schon in Japan sei und die Sprache lerne. Was war seine Antwort auf meine Antwort „nihongo wa jousu desu“ – der konnte echt froh sein, dass ich gerade keine faulen Negi zur Verfügung hatte. Sonst hätte ihn seine Frau Abends sicher nichts ins Haus gelassen, so wie der nach Negi gestunken hätte, die Pappnase, die.

 

Kurzer Einschub:

Gerade eben komme ich von einer Besprechung mit Cheffe zurück.

Wenn ich das Visa für die Zeit nach dem 16. März bekomme, kann ich weitere drei Wochen hier bleiben!!! Für ihn war das gar kein Problem. Er musste da nicht überlegen.

JAWOLL!!!

Und der Urlaub nach Nagano vom 25. bis 29. 10. ist ebenfalls geklärt!

 

Was mich auf ein weiteres Thema bringt:

Die neuen Chinesen

Seit Mitte August haben wir also drei neue Chinesen. O-san, Sung-san und Ko-san, deren Namen und Gesichter ich die ersten Tage nicht auseinander halten konnte. Mittlerweile geht’s aber.

Einer (O-san) ist sprachtechnisch schon recht fit und gibt sich viel Mühe, Japanisch zu lernen, fragt häufig und lernt schnell.

Einer (Ko-san) kann so gar nichts, dass es schon fast beängstigend ist. Neulich wollte ich fragen, ob es in China auch so heiß sei. Er kannte noch nicht mal das jap. Wort für „China“. Oder ein Kollege und ich haben doch glatt eine Viertelstunde gebraucht, um ihn zu fragen, wann er Abends Feierabend hat. Also da ist noch sehr viel zu tun.

Der dritte steht sprachlich irgendwo dazwischen. Witzig ist, wenn der eine Chinese dem anderen sagt, was ein Japaner ihm gesagt hat.

So gut oder schlecht das Japanisch sein mag, arbeiten können sie alle und sie haben ein Gefühl für die Arbeiten. Von daher glaube ich schon, dass sie ein „guter Griff“ waren.

Witzig wird es nur dann, wenn ich den Jungs was erklären darf, was jetzt des öfteren schon mal vorgekommen ist. Ich verstehe nicht, was der Japaner zu mir gesagt hat, gebe es aber getreu dem Chinesen auf Japanisch wieder ;-)

Aber gerade dadurch, dass die Chinesen noch sehr wenig von den Arbeitsabläufen wissen, stehe ich manchmal zwischen den Japanern und den Chinesen. Somit kann ich fast behaupten, die Neuen haben mir zu einem Aufstieg verholfen.

21. September 2006

Fünf Monate wurde ich davor verschont, aber jetzt trifft es mich dafür um so mehr. Unkraut hacken. Der Kohl wird hier, im Gegensatz zum Negi ohne Lochfolie gepflanzt. Und da Unkraut mindestens so schnell wächst, wie Kohl, dürfen wir jetzt bald jeden Tag Unkraut hacken. Was an und für sich nicht das Schlimmste wäre, wenn denn die Hackenstiele lang genug wären. Aber da ich ausgerechnet im Land der kleinen Leute gelandet bin, sind die Hackenstiele eben auf deren Körper“länge“ angepasst. Was für mich nach vier Stunden hacken ein verspannter Rücken heißt, den ich bislang mit einem heißen Bad aber noch bekämpfen konnte. Nur wenn man Abends noch ins Kyudotraining soll, werden die Schüsse merklich weniger und auch schwächer.

Was aber weder Chef noch sonst irgendwen daran hindert, weiterhin kräftig Kohl zu pflanzen.

 

毎日忙しい ― Mainichi isogashii

Angedroht war es und es sollte so kommen. Ab Mitte September wird die Arbeit mehr werden. Denn zum Einen wird jetzt Reis im großen Stil geerntet und zum Anderen müssen die abgeernteten Felder wieder bestellt und bepflanzt werden.

Dies bedeutet, neben der täglichen Negiernte und dem Bewässern der Kohlsetzlinge, einen Haufen Batzen Arbeit.

Und schon kann mein Chef sein Lieblingswort loswerden: „mainichi totemo isogashii“, was soviel wie „Ich bin jeden Tag sehr beschäftigt“ heißt. Angeblich gibt es für einen Japaner kein größeres Lob, als wenn er sagen kann, ich bin jeden Tag sehr beschäftigt. Zeigt er doch so, dass er nicht faul rumsitzt und anderen zur Last fällt, sondern im Gegenteil ein tragendes Mitglied der Gesellschaft ist. Allerdings, wenn man es zu oft sagt oder hört, kann es fast schon lächerlich wirken.

Dass Cheffe wirklich beschäftigt ist, werde ich ihm in keinster Weise absprechen. Im Gegenteil, aber muss man es denn ständig sagen? Und Ushimaru-san steht ihm da kaum nach.

Aber da dieser Spruch nun mal zu Japan gehört, wie Sauerkraut zu Deutschland lobe ich natürlich jeden, der es hören will, für seine viele Arbeit.

Mit der Zunahme der Arbeit hat auch die Hektik wieder Einzug gehalten. Über den Sommer war es recht ruhig, die Arbeit hielt sich in Grenzen (von heute aus betrachtet) und allein schon wegen der Hitze lief kaum einer schneller, als unbedingt notwendig.

Doch das hat sich wieder geändert. Ich fühle mich an meine Anfangszeit hier erinnert, als das Arbeitstempo merklich höher lag (oder kam mir das nur so vor?), die Autos wesentlich rasanter um die Ecken gesteuert wurden und der Laufschritt zum täglichen Bewegungsablauf gehörte. Nur stellt sich mir auch immer wieder die Frage nach den Sinnhaftigkeit dieser Fortbewegungsart. Denn wenn man schnell rennt, muss man auch schnell eine Pause machen und ist im Endeffekt kaum schneller, als wenn man kontinuierlich durcharbeitet. Aber da der Laufschritt eben auch zeigt, dass man 忙しい ist, beobachte ich das Ganze eben nur.

Allerdings sei noch mal gesagt, dass September und Oktober wirklich arbeitsreiche Monate sind, die vor allem für Chef, Ushimaru-san und Ujike-san keine 8h-Tage bedeuten.

23. September 2006

Spätsommer in Shikoku

Der Sommer ist vorbei. Vorbei die Tage und Wochen mit über 35 Grad im Schatten, Sonne satt und kein Wind. Anstrengend war es, aber im Rückblick nicht so schlimm, wie befürchtet.

Jetzt, Mitte September haben wir herrlichstes Spätsommerwetter. Schon seit Tagen immer um die 25-27°C, Sonnenschein, ab und zu ein paar Wolken und ein leichtes Lüftchen. Die Nächte sind mit unter 20 Grad ebenfalls wieder sehr angenehm, man möchte fast sagen, kühl geworden.

Die Stimmung allüberall hat sich sehr geändert. Niemand jammert mehr über die extreme Hitze, vieles läuft entspannter ab, obwohl es an Arbeit nicht mangelt.

Und fast jeden Abend darf man Sonnenuntergänge beobachten, die einen in ihrer Farbenvielfalt und Farbenpracht vor Staunen den Mund offen stehen lassen.

Morgens gegen sechs Uhr geht die Sonne auf und spätestens um halb sieben Abends ist es zappenduster.

Jetzt bin ich nur noch auf den berühmten japanischen Herbst mit seiner viel gerühmten Herbstfärbung gespannt. Einen Eindruck davon habe ich schon 2003 erleben dürfen. Aber damals war ich gegen Ende des Herbstes in Nagano-ken. Dieses Jahr werde ich die ersten zarten Anklänge, die volle Pracht und das langsame Verschwinden erleben können. Und wenn ich mir die hiesigen Wälder mit den vielen Ahorn- und sonstigen Laubbäumen, den vielen Lerchen und den vielen Kirschbäumen anschaue, kann das nur eine Farbenpracht werden. Und ich mittendrin....

Noch ist davon aber nichts zu erkennen, aber man merkt, dass es stark auf den Herbst zugeht.

25. September 2006

Ein Antrag und seine Folgen

Die Frage, die mich derzeit am meisten beschäftigt, ist die, ob mein Verlängerungswunsch auch so umgesetzt werden kann, wie ich mir das vorstelle.

Das Visa scheint kein größeres Problem zu sein, denn diesbezüglich habe ich die wichtigsten Fragen mit dem JAEC geklärt. Interessanterweise ist mein Antrag wohl der erste in dieser Form an das JAEC und dementsprechend auch der erste, dem stattgegeben wurde. Von daher ist das JAEC selber noch am „lernen“. Wohnen kann ich bis zur Abreise nach Tokyo weiterhin hier in Zentsuji.

Bleibt „nur“ noch der Flug und die Anmeldung für das Seminar. Mit der Anmeldung lässt sich der japanische Kyudoverband sehr viel Zeit und mich würde es nicht wundern, wenn ich wegen denen in Zeitnot kommen würde. Japan eben.

Mehr Sorgen bereitet mir allerdings grad der Rückflug. Ich habe eigentlich ein 1-Jahresticket von British Airways. Dies ist aber nur bis 10. April 2007 gültig und somit für mich uninteressant. Aber meine bisherigen Informationen laufen darauf hinaus, dass keine Chance besteht, das Ticket verlängern zu lassen. Was bedeuten würde, ich finde entweder einen günstigen one-way-Flug nach Deutschland (was ich für ausgeschlossen halte) oder ich buche einen „günstigen“ Hin-/Rückflug und lasse wiederum einen davon verfallen. Egal wie ich es drehe und wende, im Moment sieht es sehr nach hohen Kosten im Falle des Fluges aus. Was mir aber gar nicht passt, denn was ich ganz sicher nicht habe, ist zu viel Geld. Im Gegenteil.

Bin sehr gespannt, ob und wie sich das alles noch regelt. Noch ist Zeit, aber es heißt, in Japan vergeht die zweite Jahreshälfte wesentlich schneller, als die erste.

27. September 2006

Was tut man nicht alles für ein bisschen Freizeit

Halbzeit – sowohl was die eigentliche Zeit des Praktikums angeht (irgendwann Ende September) aber auch Halbzeit einer 19-Tage Woche.

19 Tage am Stück arbeiten, einzig von einem halben Tag Freizeit unterbrochen, der aber auch schon rum ist. Warum ich mir das antue? Zum Einen habe ich mal wieder meinen Terminkalender nicht im Griff gehabt und zu viele Verabredungen an zu eng aufeinanderfolgenden Tagen gemacht. Und zum Anderen sind am 8. und 9. Oktober nationale Feiertage, die Stefan frei hat (ich natürlich nicht...). Deshalb haben wir beschlossen, diese beiden Tage gemeinsam irgendwohin zu fahren. Wahrscheinlich nach Shodoshima, der größten Insel in der Seto-Nai-Kai.

Außerdem bin ich am 7. 10. mit obaasan auf dieser ominösen Karaokeveranstaltung in Marugame, von der ich immer noch nicht weiß, was das werden wird.

Das bedeutet also, drei Tage am Stück frei, die ich aber irgendwoher holen muss – und da ich dafür keine Urlaubstage, sondern nur freie Tage opfere, bedeutet das eben 19 Tage am Stück. Hart, aber die Aussicht auf die kommenden Tage halten mich bei der Stange. Glücklicherweise ist Ushimaru-san, was meine Tauschaktionen angeht, sehr flexibel. Mit Chef wird das gar nicht mehr abgesprochen.

 

893 – doch keine Mär

Saß ich doch neulich hinten auf der Pritsche eines unserer kleinen, weißen LKWs auf der Fahrt in den Negi, als ich aus der Ferne so eine aufgemotzte Karre heranbrausen sehe. Darin sitzend ein Gnom mit verspiegelter Sonnenbrille, Goldkette, die einem russischen Spähpanzer jede Ehre gemacht hätte und lässig vor sich hinrauchend. Das Auto selbst war tiefschwarz und als ob das nicht schon ausgereicht hätte, waren bis auf die Frontscheibe alle! Scheiben komplett schwarz. Noch ein paar obercoole Alufelgen und fertig war die yakuza-Karre. Denn das Kennzeichen bestand doch glatt aus den Zahlen 8 (ya) 9 (ku) 3 (za). Weiter oben kann man nachlesen, von wem diese Zahlen gerne verwendet werden.

Bislang hielt ich diese Geschichte für ein Märchen, mit dem Ushimaru-san kleine deutsche Praktikanten erschrecken wollte, aber nach der Begegnung halte ich sie für durchaus wahr.

Ich frage mich nur, warum passen Klischee und Realität immer wieder zusammen???

1. Oktober 2006

So, die Anmeldung für Tokyo im April 07 ist raus. Jetzt fehlt nur noch der Rückflug. Alles andere ist organisiert. Bin gespannt, ob sich BA auf mein Schreiben meldet. Ende der Woche sollten sie es spätestens haben.

4. Oktober 2006

Tonnenweise Hühnerscheiße

… und was sich reimt, ist gut. Hat schon Pumuckl gesagt und daher die etwas derbe Überschrift. Doch sie trifft den Nagel auf den Kopf.

Wie schon geschrieben, hat sich hier die Hektik etabliert. Jedes abgeerntete Reisfeld muss zügig wieder bepflanzt werden. Im Falle meines Betriebes eben mit Kohl oder Salat.

Auf die Salatflächen wird ordentlich Dünger und zwar u.a. der oben genannte Hühnermist geschmissen. Nur – der kommt hier palettenweise im 25 kg Sack. Daher geht das Verteilen ganz einfach. Man nehme einen kleinen, weißen LKW, überlade ihn kräftig mit einer Palette von 1 Tonne getrocknetem Hühnermist in Säcken, fahre damit über das Feld und schmeiße im Abstand von ca. 10 m in jeder Reihe einen Sack vom Auto. Dafür steht hinten einer auf der Ladepritsche, wirft die Säcke um sich und bangt um sein Leben, während der Fahrer versucht, die 10 m bis zum nächsten Sack möglichst schnell zurückzulegen (Ushis Spezialität) und das ganze mit einer Vollbremsung abschließt. Wie sagt Stefan so schön: „Autofahren können die hier alle nicht“. Und wehe, Ushimaru-san verbreitet Hektik, dann wird es noch um eine Ecke krimineller.

Vor allem dann, wenn der eh schon mit dem Getriebe auf dem Boden daherkommende LKW über eine Rampe ins Feld muss. Keine Angst vor abgerissenem Getriebe – mit Schwung geht alles. Wenn man dummerweise an einer Auffahrrampe hängen bleibt, keine Bange. Alle Mann kräftig geschoben, Vollgas und solange würgen, bis irgendwann irgendwas nachgibt und der LKW auf dem Acker steht. Die LKWs werden hier bis an (über?) die Grenzen belastet, aber das juckt keinen. Solange die Kiste fährt......

 

Do it yourself

Passiert es dann dummerweise, dass die Auffahrtrampe so unten in den LKW gedrückt und das halbe Chassis verbogen hat, dass die Beifahrertür nicht mehr aufgeht, stellt sich die Frage nach der Reparatur.

Ich habe irgendwo mal gelesen, dass man zur Reparatur eines russischen LKW nur einen großen, schweren Hammer und einen Schraubenschlüssel braucht. Dieses Prinzip scheinen sich die Japaner abgeschaut zu haben. Nur wird statt dem Schraubenschlüssel der Kuhfuß genommen. Nach der „Reparatur“ ist der LKW zwar ganz sicher nicht mehr weiß und der Lack liegt auf dem Boden, statt auf dem Blech, aber die Tür geht immerhin auf.

Und die Tür sollte spätestens bis morgen früh so weit normal erscheinen, dass Chef nix merkt. Der war mal wieder für 2 Tage in Tokyo und daher „was Chef nicht weiß, macht Chef nicht heiß.“

Ich komme mit Ushimaru-san super aus. Wir schenken uns nichts und hüben wie drüben ist bei aller Hektik nahezu immer gute Laune. Aber wenn er reparieren soll, muss man aufpassen, dass man keinen körperlichen Schaden davonträgt. Er arbeitet gerne mit groben Werkzeug und vor allem schnell. Neulich wollte er mit einer Schweißelektrode (nennt man die langen Dinger so?) auf einem Blech eine M12er Schraubenmutter festschweißen, mit der man vielleicht Tankschiffe zusammenbrät. Fast so dick wie mein kleiner Finger und dann wundert er sich, wenn es nicht funktioniert. Und immer schnell, schnell. Ich habe ihm jetzt mal „Dalli, dalli“ beigebracht. Hat ihm sofort gefallen....

Allerdings muss man hinzufügen, dass Chef ebenfalls gerne schnell repariert. Wenn der auf der Werkbank was sucht, fliegen schon mal Hammer, Schraubenschlüssel und Zangen durch die Gegend. Er weiß, was er macht, aber es muss schnell gehen.

 

Gotteslästerung?

Heute habe ich etwas getan, wofür mich wahrscheinlich jeder Japaner, so er es denn erfahren würde, sofort im nächsten Teich ertränken würde. Ich habe Milchreis gekocht und der war auch noch lecker!

Milchprodukte führen hier eher ein Schattendasein und sind kein Teil der traditionellen (was immer das sein mag) japanischen Nahrung. Wenn man dann noch den Frevel besitzt und den sehr hoch geschätzten Reis mit Milch vermischt und kocht, Zitrone, Butter, Salz, Zucker und Zimt hinzufügt, muss sich eigentlich jedem Japaner der Magen umdrehen.

Ich halte es dagegen eher mit Isabel Allende, die in ihrem Buch „Aphrodite“ schreibt, dass sie für eine Schüssel Milchreis alles andere stehen und liegen lässt.

Aber – was der Japaner nicht weiß, macht den Japaner nicht heiß.

7. Oktober 2006

Ladies and Gentlemen – please wellcome...

oder

Das Karaokefestival

Nun ist es also vorüber. Was habe ich mir für Gedanken gemacht, was das wohl geben wird. Karaoke, öffentliche Veranstaltung und ich.

Dabei begann der Tag sehr geruhsam, hatte ich doch seit langem mal wieder ein paar Stunden einfach nichts zu tun und nur für mich, die ich fotografierenderweise in der Umgebung verbracht habe. Ein guter Einstieg.

Nach meinem Verständnis sollte sich jeder selber um sein Mittagessen kümmern und so verspeiste ich kurz vor der Abfahrt mein o-bento und geschniegelt und gebügelt ging es los. Die erste Überraschung war die Halle. Ein riesen Gebäude, in das, von außen betrachtet, mind. 2.000 Leute reinpassen. Das konnte ja heiter werden.

Doch wir waren im Nebenraum untergebracht, in dem aber auch für 200 Leute gestuhlt war. Große Freude bei meinen vielen Freundinnen und Fans, als ich mit meinem Gefolge (obaa-san und Onishi-san) auflief. Jeder bekam seine Nummer (meinereiner die 28) und ein o-bento. Ich war noch nudelsatt und sollte schon wieder essen? Hatte wohl doch mal wieder was falsch verstanden. Aber gute Miene zum bösen Spiel und alles verdrückt. Nur sagte mir mein innere Profistimme, dass man mit vollem Bauch schlecht singen tut. Aber half ja alles nix und daher wird schon werden.

Just beim Essen kam Koyama-sensei, der Organisator des Tages und gab mir, sonst keinem, letzte Regieanweisungen, wann ich wie und warum auf die Bühne kommen sollte. Somit war mir klar, dass ich mal wieder eine Extrawurst bekommen sollte. Ob ich die wollte – danach fragte, wie so oft, keiner. Derweil begann die Veranstaltung und mir fiel gleich ein tonnenschwerer Stein vom Herzen. So schlimm sah das alles gar nicht aus, es waren „nur“ um die 50 Leute, alles Sänger/Innen anwesend und es gab bessere und weniger gute Darbietungen.

Überhaupt – das Publikum/die Sänger. Auch hier zeigte sich, dass ich ein Exot war, denn a) war ich ein gaijin, b) war ich deutlich größer als alle anderen c) war ich ein Mann und ca. 70 % waren Frauen und schließlich d) war ich mit Abstand der Jüngste. Das Durchschnittsalter, ich hatte es kaum anders erwartet, lag bei mind. 65 Jahren, eher noch etwas darüber. So konnte das alles nur lustig werden.

Jeder der Anwesenden hatte sich regelrecht in Schale geworfen, das beste Kleid, den besten Anzug rausgekramt und kein Aufwand wurde gescheut, sich zu präsentieren. Da war ich mit Jeans und weißem Hemd schon fast zu schlicht angezogen.

Manch eine/r hatte regelrechte Choreographien ausgetüftelt, um sich möglichst von der besten Seite zu zeigen.

 

Der Ablauf war streng geregelt. Wer dran war, musste sich bereits, ganz wie die Profis, hinter der Bühne eingefunden haben und in Form sein. Nummer abgeben, Namen abgleichen und in Reihe aufstellen. Warteschlange um die drei Sänger. Der letzte Sänger wurde verabschiedet und gleichzeitig der neue angekündigt. Derweil lief schon der Vorspann seiner Musik und es galt sich zu beeilen, wollte man zum Gesangesstart auf der Bühne sein. Die Präsentation war einem selbst überlassen und kaum war das letzte Wort gesungen, wurde die Musik abgewürgt, der Sänger verabschiedet und der nächste angekündigt. Schnelldurchlauf nennt man das wohl.

Nur wer war der Sonderling??? Als ich die Bühne betrat, wurde ich angekündigt, als käme Robbie Williams auf die Bühne – wer bin ich, was mache ich, wo wohne ich, wie alt bin ich und was weiß ich. Alles was Ohren und Hände hatte, befand sich im Saal. Kaum stimmte ich den ersten Ton meines sehr beliebten Schlagers an, tobte der Saal. Nahezu jeder sang und klatschte mit, das Blitzlichtgewitter nahm mir beinah die Sicht auf meinen Teleprompter und mir ging eh schon dermaßen die Flatter ... Zwischendurch gibt es eine kurze Sequenz im Lied, die gepfiffen werden darf. Was ich tat, nur als die Stelle vorbei war, pfiff es immer noch, denn Koyama-sensei hatte sich im Hintergrund ein Mikro geschnappt und begleitete mich weiterhin. Hörte sich aber gar nicht schlecht an.

Über die Qualität der Darbietung wollen wir, die wir dabei waren, den Mantel des Schweigens breiten, aber ein kräftiger Applaus und ein ほとんどうありがとうございました war mir sicher. Die anderen bekamen nur ein ありがとうございました.

 

Der Rest der rund 85 Sänger tat ich mir natürlich auch noch an. Das eine oder andere Mal war gut, aber es gab auch regelrechte Angriffe auf sämtliche Sinneswahrnehmungen, die ein Mensch haben kann. Aber, da die Japaner ja ein höfliches Volk sind und eh jeder selber Sänger war, wurde auch die schrägste Darbietung mit Applaus bedient. Ganz selbstverständlich kamen ein Rollstuhlfahrer und eine blinde Frau zum Zuge. Vor allem die Frau hatte sichtlich Spaß am Gesang (wenn auch nicht die geborene Stimme...), dass der ganze Saal herzlich mitklatschte und sich mit ihr freute.

 

Abschließend, nach dem letzten Sänger, übernahm Koyama-sensei noch mal das Mikrofon, bedankte sich und zog die Lostrommel hervor. Jeder Teilnehmername war auf einem Zettel notiert und unter allen, die bis zum Schluss ausgehalten hatten, wurden rund 20 Taschenlampen verlost. Keine Ahnung, ob er meinen Namen wirklich gezogen oder mich einfach nur so genannt hat, jedenfalls gewann auch in einen Taschenlampe, Marke ziemlich groß, die ich doch bitte nach Deutschland mitnehmen solle. Als wenn ich nicht schon genug Gepäck haben werde.

 

Was bleibt? Eine fetzige Veranstaltung, die vier Mal im Jahr stattfindet und weswegen ich für die Nummer 1 im kommenden Januar ab sofort üben muss; ein interessanter Einblick in ein Stück japanische Kultur; eine rote Taschenlampe; die Erkenntnis, dass selbst nach sechs Monaten üben sich fast alle japanischen Schlager gleich anhören und dass man sich in manchen Situationen einfach fallen lassen muss, damit man solche Einblicke überhaupt bekommt und damit es einem Spaß macht.

8. – 9. Oktober 2006

小豆島 Shodoshima – die kleine Bohneninsel

Wenn Melancholie das Herz erfüllt und man gerne über das Eine oder Andere nachdenken will, ist es am besten, man fährt auf eine einsame Insel, hört Wellen, Wind und Wolken zu und lässt die Seele baumeln.

Einsam ist Shodoshima sicher nicht, aber ansonsten eine Trauminsel und wie geschaffen, um nach ein paar Tagen wieder fröhlich, erholt und gut gelaunt in die kommenden Wochen zu starten.

 

Doch der Reihe nach. Stefan und ich starteten früh morgens mit dem Zug von Zentsuji aus nach Takamatsu, enterten ein futuristisches Gefährt, dass uns nach Shodoshima bringen sollte und wussten außer einer Ryokanbuchung nicht so recht, was uns erwarten sollte. Nur zwei Dinge standen auf dem Plan – einen Berg besteigen und ein Onsen besuchen. Alles weitere würde sich ergeben. Eine wunderbare Art zu reisen und zu planen.

Per Bus ging es bis zur Abzweigung, an der man den Bus Richtung 寒霞渓Kankakei bekommen sollte. Der Kankakei ist mit 612 m der zweithöchste Berg der Insel und wegen seiner Seilbahn, die auf die Spitze führt, berühmt. Denn bei der Herbstfärbung fährt diese Bahn über ein wahres Prachtmeer an Farben und den seltsamsten Gesteinsformationen. Wir waren leider nicht bei der Herbstfärbung dabei, aber man braucht ja noch Ziele für’s nächste Mal....

Jedenfalls beschlossen wir, nicht auf den Bus zu warten, sondern bei dem wunderschönen, warmen Sonnenwetter solange zu laufen, bis der Bus uns einholen würde. Die ersten einer langen Reihe von gelaufenen Kilometern sollten beginnen. Je mehr es bergan ging, desto sehnsuchtsvoller erwarteten wir die Talstation der Seilbahn, aber von der war weit und breit nichts zu sehen. Jede Kurve brachte eine neue Enttäuschung und die Beine begannen langsam müde zu werden. Aber nach rund eineinhalb Stunden kam sie dann plötzlich um die Ecke und schon ging es bergauf. Die Bahn bietet einen herrlichen Blick auf die Inlandsee und auf die Berge ringsrum. Alles dicht bewaldet und dazwischen die absonderlichsten Felsen. Beeindruckend.

Oben wurde uns deutlich, dass die Seilbahn nicht die einzige Möglichkeit ist, nach oben zu kommen, denn es standen eine ganze Reihe Busse, viele Autos und sehr viele Motorräder oben. Trotz des leicht trüben Wetters war richtig was los.

Aber Shodoshima wäre nicht Japan, wenn nicht nach 300 m vom Parkplatz entfernt niemand mehr unterwegs wäre. Das ist überall so. Alles, was weiter als 300 m vom Auto weg ist und mit demselben nicht erreicht werden kann, wird nicht besichtigt. Furchtbar das, aber es ermöglicht einem in dem ganzen Trubel eine schnelle Flucht, die wir natürlich auch suchten. Somit verbrachten wir die Mittagspause an einem Platz unweit des Parkplatzes, an dem kaum eine Menschenseele unterwegs war, der grasbewachsen auf einer Kuppe lag und von der Sonne beschienen wurde. Beide lagen wir einfach nur da, hingen den Gedanken nach, genossen die Sonne und keine Ahnung, wie lange, aber der Mittagschlaf ließ nicht lange auf sich warten. Ich habe mich gefühlt, als würde ich auf dem Mittelpunkt der Erde liegen. Über mir ein strahlend blauer Himmel mit ein paar weißen Federwölkchen, um mich rum das Gezirpe der Grillen, duftendes Gras und der Wind in den Bäumen. Schöner kann ein Platz nicht sein. Dort oben möchte ich irgendwann mal eine Nacht verbringen und dann den Sonnenaufgang über der Seto-nai-kai erleben.....

Irgendwann machten wir uns auf den Rückweg und da bei der Talstation der Bus kurz vor der Nase abgefahren war, wurde eben wieder Schusters Rappen gesattelt und gen Tal marschiert.

 

Doch wieder einmal sollte sich zeigen, dass die Langsamkeit einem die schönsten Erlebnisse ermöglichen kann.

Wir marschierten gerade um eine Kurve rum, als mitten auf der Strasse ein Auto hielt. Erst war uns gar nicht klar, was der an dieser unübersichtlichen Stelle machen wollte, bis wir neben der Strasse ein bepelztes Etwas sahen – ein Affe. Doch bei einem sollte es nicht bleiben. Innerhalb von wenigen Minuten kam eine ganze Bande dieser Affen aus dem Wald hervor, so dass letztendlich rund 50 Affen auf, um und neben der Strasse saßen und alles blockierten, bzw. die anhaltenden Autos alles blockierten.

In einem Auto ist man vor den Viechern ja geschützt, aber uns beiden ging schon ein wenig die Muffe, denn so putzig diese possierlichen Tierchen anzusehen sind, Affen können sehr aggressiv werden. So fotografierten wir erstmal aus gebührenden Abstand. Den Affen war das aber so was von egal. Die turnten um und auf den Autos rum (VW Golf 4 mit Affe auf dem Seitenspiegel – ein Bild für die Götter) und machten durchfahrenden Autos nur widerwillig Platz. Nach und nach kamen sie uns beiden näher und näher. Zum einen war uns schon mulmig, zum anderen wollten wir auch mal wieder weiter und der einzige Weg nach unten führte durch die Affenbande. Also jeden Affen freundlich angegrinst, eine lockere und coole Maske aufgesetzt, ein wiegender Schritt und um jede Affenmama mit Affenbaby einen großen Bogen gemacht. Dabei aus dem Handgelenk zig Fotos geschossen.

Die Affen juckte das nicht die Bohne und als uns der Affenzirkus zuviel wurde, ging es weiter.

Wären wir im Bus gesessen, hätten wir dieses Erlebnis nicht gehabt....

 

Wie auch die spontane Teilnahme an einem Matsuri. Ein Matsuri ist eine Art Fest, das überall auf die verschiedenste Weise gefeiert wird, wobei der Hintergrund/Vorwand meist ein religiöser ist. Dabei ziehen die Menschen, meist eines Stadtteils oder Dorfes ge- und verkleidet durch die Strassen, machen mit Trommeln, Becken und Gong eine Menge Krach und sind einfach gut drauf. Je später der Abend, desto stärker die Getränke und mein Kollege Ujike-san hatte nach 2 Tagen Matsuri gar keine Stimme mehr und auch keine Lust zu arbeiten, aber das ist eine andere Geschichte.

Wie wir also mit mittlerweile schweren Beinen in das am Fuß des Berges gelegene Dorf einmarschieren, war gerade ein solches Matsuri am Gange. Die Menschen zogen weißgekleidet mit einer Art Sänfte durch die Straßen. Wir beide schauten uns das Schauspiel natürlich an und weil wir beide so sympathische Menschen sind, kamen wir auch gleich ins Gespräch mit einem der Herren und hatten kurz darauf schon die erste Bierdose in der Hand. Die Sänfte war eine recht schwere Angelegenheit und die rund 40 Träger hatten gut zu tun, vor allem, wenn es galt, das Ding kräftig zu schaukeln und beinah zum umkippen zu bringen. Für uns Zuschauer eine interessante Sache und so zogen wir mit der Gruppe ein Stück weit durch die Strassen, hatten viel Spaß, beobachteten die Abschlussveranstaltung, bei der ein shintoistischer Priester eine Art Erntedankfeier (so zumindest mein Eindruck) zelebrierte und zogen schließlich weiter.

 

So wirklich Lust auf weitere Kilometer hatten wir beide nicht mehr, aber der Weg zum nächsten Onsen war weit und die Beine wirklich müde. „Ich trampe jetzt, mal schauen, was passiert“ „Vergiss es, das klappt nie“ – so wirklich mit Erfolg hatte ich auch nicht gerechnet und daher einfach spaßeshalber den Daumen rausgestreckt. Ich weiß leider nicht, wer von uns beiden dümmer aus der Wäsche geschaut hat, als das 1. !!!! Auto anhielt und uns einlud.

Darin eine rund 60-jähringe Frau (warum eigentlich nicht mal eine junge, hübsche?????) mit einem kleinen Hund auf dem Schoß, die unser Ziel, das Olivenonsen bestens kannte und uns direkt vor die Haustür fuhr. Stefan bekam noch ihre Telefonnummer (allerdings ohne Vorwahl.....) und weg war sie. In Japan sollte man immer auf alles gefasst sein.

Doch unser Ziel war einfach nur das Onsen – heißes Wasser zum reinliegen und entspannen.  Und wir wurden zudem mit einem herrlichen Blick auf die Seto-nai-kai im Abendlicht belohnt. Ein traumhaft schöner Ausblick und die herrliche Abendstimmung genau das richtige nach einem anstrengenden Tag.

 

Mittlerweile war es kurz vor sieben Uhr und stockfinster und so fuhren wir mit dem Bus zum Ryokan, dessen Besitzer sich schon Sorgen um uns gemacht hatte, da die beiden Deutschen bei der Dunkelheit immer noch nicht da waren....

Das Abendessen war nun nicht gerade so, wie ich mir das vorgestellt hatte, denn mit einem 08/15 24h-Familienrestaurant, die es überall in Japan gibt, hatten wir zwar was zu essen, aber stilvoll speisen geht anders. Dafür hatten wir viel Spaß mit den Kindern vom Nachbartisch.... oder die mit uns.

Um 21 Uhr lagen wir todmüde im Bett und schliefen bald darauf den Schlaf der Gerechten.

 

Der folgende Montag konfrontierte uns mit einem Problem, über das wir uns vorher gar nicht im klaren waren – wir hatten kein Geld. Nun braucht man auf Wanderschaft nicht viel, aber wenigstens das Mittagessen, der Bus und die Fähre sollten drin sein. Waren es aber nicht. Über Geldautomaten werde ich an anderer Stelle mal ein paar deutliche Worte verlieren. Es sei nur gesagt, dass die nur zu den bescheidensten Zeiten geöffnet haben und wir so auf einem alten Baseballfeld frühstückten, während wir auf den Geldautomaten warteten.

So richtig geplant war dieser Tag nicht. Deshalb stiegen wir in den Bus Richtung irgendwo und als Stefan rief „Da oben zum Tempel auf den Berg will ich hoch“ verließen wir eben den Bus und suchten den Einstieg in den Berg. Was leichter beschrieben, als getan ist, denn die ausgewählte Strasse führte am Berg entlang, statt ihn hinauf. Aber weit und breit keine Alternative zu sehen. Auch die Wegweiser halfen nicht viel, zeigten sie doch alle bergab oder sonst wohin. Schon beinahe frustriert kehrten wir nach gut eineinhalb Stunden wieder um und bekamen einen ersten Eindruck von japanischen Wegweisern. Der erste Eindruck sollte sein, dass Wegweiser nur von einer Seite aus gesehen werden können. Wir hätten uns gut eine Stunde Fußmarsch gespart, wenn die Ausschilderung auf beiden Seiten angebracht gewesen wäre.

Aber so hatten wir nun doch noch den Einstieg gefunden und begannen den Aufstieg durch Olivenhaine und Limonen-/Mandarinenplantagen. Für seine Oliven ist Shodoshima berühmt und Olivenbäume wachsen überall. Man hatte manchmal das Gefühl, irgendwo am Mittelmeer zu wandern.

 

Der von Stefan erblickte Tempel wollte und wollte aber nicht näher kommen. Stetig ging es bergauf, aber vom Tempel weit und breit keine Spur. Letztendlich kamen wir an einem Tempel an, schön am Berghang mit einer tollen Aussicht aufs Meer gelegen. Die Sonne brannte vom Himmel und wir hatten kaum zu trinken dabei. Aber die schöne Landschaft und der Ausblick entschädigte für vieles, besonders für die müden Beine. Dieser Tempel lag total ab vom Schuss und doch bewies er, dass er in Japan liegt. Denn vor dem Eingang lag ein Parkplatz. Wer läuft hier schon mehr als 300 m...

Einsam war es oben und der leichte Wind tat den verschwitzten Körpern gut. Dort begegneten wir einem Japaner, der uns erklärte, dass es auf Shodoshima, gleich wie auf Shikoku, 88 Tempel gibt, die irgendwie miteinander in Beziehung stehen. Somit erklärten sich auch die Nummern auf den Wegweisern. Im Moment standen wir bei Nummer 41.

 

So gerne ich Stefan habe, manchmal hat er Ideen, deretwegen ich ihn vom nächsten Felsen stoßen könnte. Der Tempel am Berg ließ ihn nicht in Ruhe und so überredete er mich und ich damit meine jetzt schon müden Beine, doch noch zur Nr. 42, unser ursprüngliches, von unten gesehenes, Ziel zu erklimmen. Steil ging es bergauf, die Sonne brannte gnadenlos vom Himmel, wir waren viel zu warm angezogen und mir schlich sich langsam, aber unerbittlich ein Sonnenbrand ins Gesicht.

Aber wie so oft im Leben, die schönen Seiten muss man sich verdienen und unser Verdienst war ein Ausblick und eine Tempelanlage Güteklasse A. Gut 300 m über NN hatten wir einen weiten Ausblick über die Inlandsee und Shikoku, hatten des Meer quasi zu Füßen und ein Strauch blühte und duftete, dass einem beinah alle Sinne schwanden. Diesen Tempel muss man erklimmen, wenn man nach Shodoshima fährt.

Der Tempel ist ganzjährig von einem Mönch bewohnt, mit dem wir ins Gespräch kamen und der uns unter anderem erzählte, dass es  hier im Winter schon gut 30 cm Schnee haben soll.

 

Da kam Stefan die nächste Idee. Man könnte doch diesem kleinen Trampelpfad folgen und sehen, wo wir rauskommen. Auf diesem Pfad gab es nichts, außer Unmengen an Spinnennetzen, Geröll und meterhohes Unkraut. Und doch bescherte er uns letztendlich den (im wahrsten Sinne des Wortes) Höhepunkt unserer Shodoshimareise. Große Felsen mit Blick auf Meer, Stadt und Tempel, einsam, ruhig, wunderschön und einer schöner als der andere. Dort oben schweifen die Gedanken weit ab und zurück bleibt ein leerer, für neue Dinge offener Geist. Das kann man kaum beschreiben, das muss man gesehen und erlebt haben.

 

Keine Ahnung, wie lange wir dort oben ausharrten, aber schließlich trieben uns Hunger und Durst wieder auf den Pfad, der doch glatt bei Tempel Nr. 41 endete. So waren wir einige Kilometer Umweg gelaufen, die den müden Beinen aber schon gar nichts mehr anhaben konnten.

Der Rückweg war lang, aber kurzweilig und letztendlich standen wir wieder an der Fähre und kehrten von Shodoshima, der Insel der Oliven und mit der Form einer Kuh, nach Shikoku zurück.

 

Was bleibt – Shodoshima ist in jedem Fall eine Reise wert. Wir waren an sehr warmen Tagen dort, aber ich denke vor allem im Spätherbst und im Frühjahr ist die Insel prachtvoll.

Wir sind an den zwei Tagen rund 25 km gelaufen, was nicht geplant, aber gerade wegen der Langsamkeit genussvoll war.

Wie schon in Kyoto haben wir mit Spontaneität und keinem festen Plan wunderbares erlebt, viel gesehen und das beste aus der wenigen Zeit  herausgeholt.

 

Auf der Rückfahrt von Takamatsu nach Zentsuji leuchtete ein farbenprächtiges Abendrot am Himmel und die Melancholie, auf Shodoshima wie weggeblasen, kehrte zurück. Doch mit dem Verblassen der letzten Farben wich auch davon der letzte Rest und die Reise auf eine Insel half, schwermütige Gedanken und trübe Stimmungen zu vertreiben.

Japan ist schon ein schönes Land.

11. Oktober 2006

Ab in die Tonne!

Tage wie dieser schmeißt man am besten in die innere Tonne, streicht sie aus dem Kalender und vergisst sie möglichst schnell wieder.

Vom Wochenende und vom Kompirasanmatsuri gestern Abend war ich morgens schon nicht ganz wach. Dann sollte der Tag nichts anderes !!! als bewässern bringen. Acht Stunden am Stück Schlauch samt Düse von Setzling zu Setzling ziehen und den Setzling mit Wasser füttern. Des weiteren, als ob das nicht schon genug wäre, habe ich mir an einer dieser verdammten Pumpen den rechten Mittelfinger beinahe ruiniert. Was an und für sich nicht weiter tragisch wäre, würde ich diesen Finger nicht ausgerechnet am Sonntag bei der Kyudoprüfung dringend brauchen. Zuguterletzt wurde ich im Training wieder einmal vom feinsten korrigiert und der Finger ließ mich bei jedem Schuss jubeln.... Der Sonntag wird eine „spannende“ Angelegenheit.

Und das alles nach exakt einem halben Jahr in Japan. Sechs Monate am Stück im Land der aufgehenden Sonne und der herrlichen Sonnenuntergänge, des leckeren Essens, der freundlichen Menschen, der unverständlichen Sprache und unleserlichen Schrift und des merkwürdigen Verkehrsverhaltens.

15. Oktober 2006

 Gott verlässt keinen braven Deutschen

... soll der alte Bismarck mal gesagt haben, gell HGG. Auch wenn das hier ein unchristliches Land ist und Dunst über den Feldern hängt, scheint Gott ab und zu einen Blick nach Kagawa zu werfen. So auch heute, denn nach 264 angemeldeten Prüflingen und vielen, vielen Stunden Wartezeit, hatte auch ich einen roten Kringel um meine Nummer 232-1.

Überhaupt die Nummer – wahrscheinlich habe ich den japanischen Anmeldebogen nicht lesen können und die falschen Kreuze an der falschen Stelle gemacht, aber ich war erst mal für die Prüfung zum 1. Kyu gemeldet. So musste ich natürlich aus der einen Liste gestrichen und irgendwo in die andere eingefügt werden. Daher die komische Nummer. Als ob ich nicht schon genug aufgefallen wäre.

Aber ich bin froh, dass es mit diesem „Prüfungsstress“ erst mal vorbei ist. Denn seit meinem Einstieg hier in Marugame war alles auf die Danprüfung zugelaufen. Weiß Gott, wie oft wurde davon geredet und jetzt ist damit endlich Ruhe und ich habe alle meine Unterstützer und Förderer zufrieden gestellt. Ich möchte gar nicht wissen, was passiert wäre, hätte ich nicht bestanden.

Die nächste Prüfung werde ich wahrscheinlich in Tokyo machen und somit kann ich hier jetzt in Ruhe trainieren und mich ernsthaft fragen, wofür ich den shodan bekommen habe ... denn das war mit Abstand meine schlechteste Prüfung und mich wundert nicht wirklich, warum hier so viele shodan-Träger rumlaufen. Auch wenn von 53 angemeldeten shodan-Prüflingen nur 32 bestanden haben.

Es gibt das, in Kyudokreisen wohl bekannte, Bild der verschieden großen Schalen. Das Wissen um z. B. Kyudo zu einem bestimmten Zeitpunkt (direkt vor der Prüfung) passt gerade so in eine Schale. Besteht man die Prüfung, wird dieses gesamte Wissen in die nächst größere Schale gegeben, bei der es gerade so den Boden bedeckt. Es ist also die Grundlage für das Auffüllen der nächsten Schale. Erst wenn auch die wieder voll ist, ist man reif für die nächste Stufe. Heute hatte ich das Gefühl, mein Wissen und Können bedeckt nur den halben Boden.....

Die Prüfungsfragen lauteten: Benennen Sie die shoha-hassetsu und beschreiben Sie ausführlich das Uchiokoshi. Die zweite Frage war: Warum haben Sie mit Kyudo angefangen?

Ansonsten war es ein sonniger, warmer Oktobertag, den man wunderbar draußen genießen konnte und eben wartend rum saß und den anderen beim Lernen zugeschaut hat.

 

Jetzt bin ich noch keine sechs Monate im Marugame Budokan, habe aber in der Zeit drei Prüfungen hinter mich gebracht und es tatsächlich bis zum shodan geschafft. In Deutschland war der so weit weg und ein Dan war ja so was besonderes. Seit ich hier in Japan bin, sind zumindest der 1. und 2. Dan für mich keine unerreichbaren Früchte und keine soooo eine tolle Leistung mehr. Sicherlich erreicht man die auch nur mit regelmäßigem Training und Fleiß, aber das große Kyudowissen hat man damit noch lange nicht. Ab den dritten werden dagegen offensichtlich die Daumenschrauben angedreht, denn die Zahl der angemeldeten Prüflinge ist mit 2 oder 3 Leuten jedes Mal sehr gering und bestehen ist dann die nächste Frage.

 

Auflösung Gewinnspiel Teil 3

Mir scheint, Ratespiele stehen nicht so hoch im Kurs, denn die Teilnehmerzahl war doch arg niedrig.

Die handgeschriebene und signierte Karte geht dieses Mal nach Berlin, auch wenn Peter mit 125 getippten Schützen um fast die Hälfte daneben lag. Es hatten sich 228 Prüflinge für die Kyudoprüfung am 3. September in Marugame angemeldet.

Die hohe Anzahl liegt angeblich daran, dass in den Schulen, in denen traditionell Kyudo gelehrt wird, das Schuljahr im April beginnt. Dann beginnen die meisten eben auch mit Kyudo und nach einem halben Jahr kann man sie auf die erste Prüfung loslassen. Daher sind eben mind. 65 % Prüfungen bis zum 2. Kyu.

 

Für das nächste Gewinnspiel muss ich mir noch was überlegen, aber es wird wieder ein Bilderrätsel werden, auch wenn ich weder meine Kloschüssel nach einer durchzechten Nacht, noch mein Auge nach zu viel japanischem Bier fotografieren werde. Das waren Lösungsvorschläge zum letzten Rätsel.... als wenn ich hier nur saufen würde.

   
  wegen der Übersichtlichkeit geht es ab jetzt im 8. Teil des Tagebuchs weiter.