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Liebe Freunde und Besucher, herzlich Willkommen im Tagebuch einer Japanreise - Teil 4 Auf diesen Seiten möchte ich Euch einen Eindruck von meinem Japanaufenthalt in Zentsuji vom 10. April 2006 bis 16. März 2007 vermitteln.
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Ich konnte das Tagebuch in den letzten Tagen leider nicht aktualisieren, weil mein USB-Stick, der die Daten von meinem auf den (Internet-)Rechner des Chefs transportiert, die japanische Waschmaschine nicht überlebt hat... Dafür gibt es jetzt ganz viel zu lesen ;-) |
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| 24. Juni 2006 |
So war es doch gewollt.... Aber erstens kommt es anders und zweitens als man denkt, sagt schon der Volksmund. Neulich war ich unter der Woche im Dojo in Marugame. Abends ab 19 Uhr sind die Studenten alle weg und dann kann man da, sofern man sich eingelebt hat, ganz entspannt trainieren. Der Altersdurchschnitt liegt so um die 50 Jahre. Jedenfalls war am besagtem Abend auch Sakai-sensei, eine Frau mittleren Alters mit 6. Dan, anwesend. Nach einer kurzen Vorstellung schaute sie sich meine „Kunst“ an, gab ein paar Korrekturen und fragte schließlich, ob ich am 9. Juli Prüfung machen möchte. Man kann sich mein entgeistertes Gesicht sicher vorstellen, denn damit hatte ich beim besten Willen nicht gerechnet. Eine Prüfung sollte wohl sein, aber so schnell? Naja, ich sagte natürlich zu, war mir der Konsequenzen aber weniger bewusst. Denn die hießen, dass mir erstmal drei Papiere (logischerweise voller Kanji und ohne ein Wort Englisch) vor die Nase gelegt wurden. Mir standen derweil eine ganze Reihe Fragezeichen über dem Kopf und erst das redliche Bemühen fast aller Anwesenden ergab schließlich folgendes: ich kann selbstverständlich gerne Prüfung machen, aber dazu muss ich in den Kyudoverband Kagawa (Kagawa Kyudo Renmei) eintreten. Dazu sollte ich aber auch Mitglied des Dojos in Marugame werden. Für die Prüfung muss des weiteren ein eigenes Formblatt ausgefüllt werden. Aber wie tun, wenn man nix lesen kann? Da kam Yamada-san in Erinnerung, derjenige, der mich einst Morisaki-sensei vorgestellt hatte und der relativ gut Englisch spricht. Sakai-sensei hinterließ ihm also eine Nachricht auf dem Anrufbeantworter, ich würde mich demnächst bei ihm melden und wir sollen gemeinsam die Papiere ausfüllen. So besuchte ich denn Yamada-san abends in seinem Büro, das sich als Englischschule herausstellte. Da ich deutlich zu früh auftauchte, Yamada-san mich aber nicht warten lassen wollte, saß ich dann mit ihm zusammen an einem winzig kleinen Tisch, füllte mit ihm die Papiere aus und drumherum saßen ca. 15 Schüler so zw. 14 und 17 Jahren. Dabei stellte sich u.a. auch noch heraus, dass die Prüfung neben dem praktischen auch einen schriftlichen Teil enthält. Aber gönnerhaft wurde mir zugesagt, ich könne die Prüfung auf Englisch machen. Jetzt kann ich zwar munter draufloslabern, wenn es um ein wenig englisches Kleingespräch (Denglisch, gell Nina ,-) )geht, aber eine Prüfung? Dazu noch was fachliches? Yamada-san drückte mir noch ein Buch in die Hand „ Kyudo Manual Vol. 1“ und entließ mich wieder in den strömenden Regen. Bei aller Freude über die Prüfung habe ich aber doch etwas Muffensausen, was da auf mich zukommen wird. Vor dem Schießen habe ich weniger Angst, denn für den 2. Kyu sollte meine Kunst reichen, aber wie läuft die Prüfungszeremonie, wie läuft der schriftliche Teil, finde ich rechtzeitig das Dojo in Takamatsu und so weiter und so fort. Spannend wird das auf alle Fälle.
Aber, und das sei hier mal in aller Deutlichkeit erwähnt: ich bin mir sicher, dass sich die Japaner sehr bemühen werden, dass ich diese Prüfung bestehe. Nicht, dass sie mir die Prüfung schenken, beileibe nicht Aber ich gehe sehr davon aus, dass ich, was den ganzen Formalienkram angeht, viel Hilfe und Wohlwollen bekommen werde. Allein die Mühe, die sich Yamada-san gemacht hat, kann nicht genug hervorgehoben werden. Letztendlich habe ich mit der ganzen Anmelderei nichts mehr zu tun, denn er übernahm das freundlicherweise alles. Der einzige Knackpunkt, der eine Prüfung noch verhindern könnte, wäre, dass die Anmeldefrist bereits abgelaufen ist. Das konnte bislang nicht herausgefunden werden. Aber am Dienstag weiß ich hoffentlich mehr. |
| 26. Juni 2006 |
Wetter Von Wetter sollte man im Moment besser nicht reden, eher vom Regen. Wie oben schon irgendwo angedeutet, befinden wir uns in der Regenzeit. Die beginnt so Ende Mai und dauert bis Anfang/Mitte Juli. Ausnahmen gelten natürlich auch hier. Seit etwa einer Woche regnet es nahezu täglich. Das ist aber Regen, wie ich ihn aus der Heimat zumindest bislang nicht kannte. Es fallen hier locker mal 30 – 50 Liter – pro Stunde! Und wir haben keinen Taifun. Eines der Hauptthemen der Nachrichten ist die Regenmenge. Die liegt hier für Kagawa-ken täglich so zwischen 100 und 150 Liter/qm. Unterm Strich würde ich mal schätzen, dass in der letzten Woche rund 400 bis 500 mm gefallen sind. Und es soll zumindest noch ein paar Tage regnerisch und bewölkt bleiben. Die Temperaturen liegen derweil bei angenehmen 24 – 27 °C. Es ist aber noch hinzuzufügen, dass Kagawa-ken eher ein Regenmangelgebiet ist. Auf Kyushu liegen die täglichen ! Regenmengen regelmäßig bei 200 mm.
Die Arbeiten auf dem Betrieb laufen aber trotzdem weiter. Man ist ja schließlich nicht aus Zucker und gute Regenkleidung wirkt Wunder. Es ist halt nur saumäßig spaßig, wenn man z.B. bei der negi-Ernte auf Knien durch den Schlamm robbt und innerhalb kürzester Zeit von oben bis unten dreckig ist. Es könnte da nun einem in den Sinn kommen, dass das ja wohl die letzte aller Arbeiten ist, aber man kann es auch als eine Übung in Gelassenheit ansehen. Ändern lässt es sich nicht, die Arbeit muss getan werden und abends wartet eine warme Dusche. Außerdem ist der viele Regen jetzt der Ausgleich zum August und September, wenn es gar nicht mehr regnet und es irre heiß wird.
Nachdem nun vor wenigen Tagen der vorläufig letzte Kohl geerntet wurde, bleibt nur noch negi (Lauch) übrig. Das heißt, dass täglich so um die 100 Kisten negi geerntet werden. Davon werden ca. 40-50 auf dem Betrieb und der Rest in der Genossenschaft aufgearbeitet. Daneben stehen aber auch viele kleine Arbeiten an, so dass es selten langweilig wird. Tagesbestimmend ist halt negi. |
| 28. Juni 2006 |
Wie bringt man die Gesichtszüge eines Japaners zum entgleisen? Man nehme: eine großen Nichtasiaten, einen langen Bogen und einen Supermarkt, in den man den Nichtasiaten samt dem Bogen zum Einkaufen schickt. Leute, Ihr könnt Euch die herrlichen Gesichter nicht vorstellen, als ich heute mit meinem 2,25 m langen Bogen durch den Supermarkt gelaufen bin. Das Schöne an einem Supermarkt sind ja die vielen Regale, wegen denen man nicht schon von weitem sehen kann, wer gleich um die Ecke kommt. Und plötzlich steht da ein Riese mit einem langen Stock vor einem. Es ist einfach ein Genuss, die erstaunten, erschreckten, ungläubigen, verwirrten oder amüsierten Gesichter zu beobachten. Hinzu kommt, dass das Erstaunen nach außen hin eigentlich nicht gezeigt wird und sofort werden die entgleisten Gesichtszüge wieder eingefangen und die unbeteiligte Miene aufgesetzt. Aber die Sekunde davor, die ist einfach großartig. Überhaupt sind die Reaktionen der Leute sehr spannend, wenn sie mich mit dem langen Bogen und den daran gebundenen Pfeilen auf dem Fahrrad sehen. Die Blicke reichen von einem verstohlenen Augenwinkelblick bis hin zu ungläubigem Starren (vor allem die Kinder). Nach dem Einkauf saß ich noch vor dem Supermarkt und verspeiste mein Abendessen. Währenddessen wurde ich von einem Rudel Schulmädchen, geschätztes Alter so um die 15, mehr oder weniger heimlich beobachtet. Gerade als ich schon los wollte, kam eine auf mich zu und fragte, ob ich Kyudo mache und ein bisschen Blabla. Ich will nicht wissen, wie lange sie überlegt hat, bis sie mich angesprochen hat.
Prüfungen Sehr bewusst schreibe ich bereits in der Mehrzahl, denn wenn ich Sakai-sensei und den anderen Kyudoka glauben darf, so haben sie mit mir bis zu meiner Rückkehr nach Deutschland noch ein ordentliches Prüfungsprogramm vor. Am 9. Juli findet jetzt also die Prüfung zum 2. Kyu statt (für alle diejenigen, die mit japanischen Kampfkünsten nix am Hut haben, aber von den Gürtelfarben schon mal was gehört haben – der 5. Kyu entspricht so in etwa dem gelben Gürtel, der 1. Kyu dem braunen. Danach kommen die Dangrade (schwarze Gürtel), angefangen beim 1. Dan bis hoch zum letztendlich 10. Dan (man wird ja wohl noch träumen dürfen...)). Sollte ich die bestehen, wovon wir jetzt einfach mal ausgehen, so findet die nächste Prüfung im September statt. Das wäre der 1. Kyu. Und irgendwann Ende diesen oder Anfang kommenden Jahres mache ich dann, so Gott, Sakai-sensei, meine Technik und der Kopf es wollen, die Prüfung zum Sho-dan (1. Dan). Mal ehrlich, das wäre einfach der Hammer, wenn das so laufen würde. Aber ich will mal nur verhalten optimistisch sein, denn in Japan kommt es häufig erstens anders und zweitens als man denkt. Freuen würde ich mich aber wie ein kleines Kind und ich werde mich anstrengen, dass es soweit kommt. Das heißt aber auch, drei- bis viermal die Woche trainieren..... Kosten tut mich der ganze Spaß jetzt erst mal 5.600 Yen (rund 40 Euro). Darin ist die Aufnahmegebühr für den Kyudoverband, das Dojo in Marugame und die Prüfungsgebühr für den 9. Juli enthalten. Das finde ich günstig und habe es gerne bezahlt.
Fußball Derzeit läuft in Deutschland die Fußballweltmeisterschaft, wie inzwischen auch der Letzte bemerkt haben müsste. Die Japaner sind leider nach der Vorrunde rausgeflogen, hatten aber mit Brasilien, Australien und Kroatien nicht gerade einfache Gruppengegner. Danach ist die Begeisterung hier etwas abgekühlt, aber trotzdem ist die WM natürlich auch hier ein Thema. Ich verfolge sie jedenfalls mit Spannung, allein schon deswegen, weil ich mit den ehemaligen Kollegen vom IGLU in einem Tippspiel organisiert bin und da sieht es derzeit für mich nicht allzu schlecht aus. Das heißt, jeden Morgen um halb sieben die japanischen Nachrichten einschalten. Ich verstehe zwar nicht wirklich viel, aber das Endergebnis habe ich bislang noch fast immer herausgefunden. Die WM in Deutschland hat zudem den Vorteil, dass man des öfteren Deutsch im Fernsehen hört, wenn es auch meistens grölende Fußballfans sind.
Mit den Kollegen ist Fußball nur am Rande ein Thema. Nur Ushimaru-san verfolgt die WM ziemlich genau und kennt sich, im Gegensatz zu mir, recht gut aus. Sobald ich aber jemanden sage, dass ich Deutscher bin, kommt sofort die Sprache auf die WM. Somit habe ich im Moment immer ein gutes Einstiegsthema in ein Gespräch. Sogar Sakai-sensei spricht mich in jedem Training auf das deutsche Team an. Jetzt kann ich allein schon meinetwegen hoffen, dass das deutsche Team bis ins Finale kommt, denn dann habe ich bis Mitte Juli immer ein Gesprächsthema. Das einzig traurige ist, dass die Spiele hier nachts zwischen 0 und 5 Uhr übertragen werden. So kann ich mir kein Spiel anschauen. Allenfalls das Endspiel werde ich mir wahrscheinlich zu Gemüte führen.
Und mal so für zwischendurch gibt es auch neue Bilder, vorwiegend von meinen Reisen nach Tokyo und Okinoshima. Und falls es jemanden interessiert, es ist hier jetzt halb elf Abends und wir haben 28 Grad im Dunkeln. |
| 1. Juli 2006 |
Eine grundlegende Veränderung des Tagesablaufs Nein, nicht weil hier auf einmal drei Kinder rumlaufen, Das könnte Euch so passen. Sondern weil wir ab heute morgens um sechs Uhr anfangen zu arbeiten. Die richtig heißen Tage stehen im Juli und August ins Haus und da ist es wohl angenehmer, in den Morgenstunden den größten Teil des Tagewerks zu vollbringen und während der großen Hitze „yasumi“ zu halten. Es sieht daher ab sofort so aus, dass von 5.50 Uhr bis 12 Uhr und von 14.50 Uhr bis 17 Uhr gearbeitet wird. Jetzt muss ich zwar meinen Tagesablauf etwas umstrukturieren, aber mir kommt diese Arbeitsweise schon entgegen. Allerdings haben heute morgen doch einige noch recht schläfrig aus der Wäsche geschaut.
Okashi Bedeutet so in etwa „seltsam, schräg, komisch“ und wird u.a. gerne für Menschen verwendet, die eben ein bisschen „schräg“ sind. Ich will nicht wissen, wie oft über mich schon gesagt wurde, ich sei „okashi“, aber damit kann ich leben. Schließlich haben die Kollegen auch alle irgendwo einen an der Mütze, allerdings auf eine angenehme Weise. So rennt der eine immer, egal ob es 25 oder 35 Grad hat, mit mindestens drei Lagen Oberbekleidung rum. T-Shirt, Sweatshirt, Pulli und drüber noch eine Arbeitsweste. Mir ist absolut unbegreiflich, wie der das aushält. Zudem trägt er meistens eine Baseballmütze, aber die sitzt so schräg und verdreht auf dem Kopf, dass ich mich frage, ob die einen Nutzen haben soll oder nur ein modisches Accessoire ist. Oder der andere sitzt in der Pause am liebsten auf einer kleinen Kiste. Das wäre an und für sich nicht weiter „okashi“, wenn er nicht auch noch die Beine mit hoch nehmen würde. Ich habe vor langer Zeit im Zirkus mal einen Artisten gesehen, der sich in eine kleine Tonne reingequetscht hat, wo eigentlich gar kein Mensch reinpasst. Das könnte mein Kollege sicher auch. Wieder einer redet die ganze Zeit mir sich selbst. Am Anfang wusste ich das natürlich nicht und habe immer noch nachgefragt, mittlerweile merke ich meist schon nicht mal mehr, wenn er mich direkt anspricht. Ein weiterer, dem man allerdings zu Gute halten muss, dass er erst einen Monat hier arbeitet und zudem (mit 24 Jahren) Führerscheinneuling ist, versenkt laufend die kleinen weißen LKW beim Müllabladen. Er will aber auch gar nicht begreifen, dass nach rund 500 mm Niederschlag selbst in Japan die Flächen so dermaßen aufgeweicht sind, dass man schon genau wissen sollte, ob man auf den Acker fährt oder nicht. Er weiß es offensichtlich aber noch nicht... Bleibt noch Ushimaru-san. Der äfft mich hin und wieder nach, wenn ich ihn was frage, aber das bekommt er meist mit Heller und Pfennig wieder zurück. Außerdem will er mir immer meine Haarpracht abschneiden, hat aber selber ein Matte auf dem Kopf, um die ihn manche Frau beneiden würde. Bleiben noch die Chinesen und die Thailänderinnen. Die sind eh „okashi“, allein wenn ich mir überlege, was die Chinesen alles essen (zumindest in ihrer Heimat) und wie viel die freiwillig arbeiten. Die eine Thailänderin, so habe ich zumindest das Gefühl, würde mich am liebsten sofort aufs Standesamt schleppen, aber da bin gottlob noch ich und mein Geschmack dazwischen. Aber sie versorgt mich hin und wieder mit einer Beilage zu meinem Mittagessen. Aber, und das sei noch mal erwähnt, sind alle schwer in Ordnung und es macht schon Spaß mit ihnen zusammenzuarbeiten. Außerdem wäre es ja langweilig, wenn alle gleich wären.
Das Land der tausend Seen Fälschlicherweise wird Finnland immer als das „Land der tausend Seen“ bezeichnet, aber ich bin sicher, dass Kagawa-ken, zumindest im Moment, Finnland diesen Titel streitig machen kann. Hier wurden innerhalb einer Woche nahezu sämtliche Flächen geflutet und massenhaft Reis gepflanzt. Ich würde mal grob schätzen, dass 75 % der Flächen zu Reisfeldern geworden sind. Damit hat sich für mich auch geklärt, warum nach der Ernte der verschiedenen Gemüsesorten auf vielen Flächen keine Bodenbearbeitung gemacht oder eine Folgefrucht gepflanzt wurde. Die Flächen blieben brach bis zur Reisanpflanzung liegen. Es ist dann schon eine beeindruckende Ansicht, wenn vermeintlich das ganze Land unter Wasser steht und nur von den kleinen Mauern, die die Felder von einander abtrennen, durchbrochen wird. Mir ist allerdings noch nicht ganz klar, warum in zwei Etappen Reis angepflanzt wurde (Anfang Mai und Ende Juli). Das muss noch geklärt werden. Und ich habe neulich noch auf meine Landkarte geschaut und mich gefragt, warum denn hier alles als Reisflächen gekennzeichnet ist. Das stimmt doch gar nicht.... jetzt weiß ich’s besser. |
| 5. Juli 2006 |
Das Kriegsgefangenenlager Bando oder „バルト楽園“ Der vergangene Sonntag stand im Zeichen der deutsch-japanischen Geschichte. Während des Ersten Weltkrieges kam es zwischen den verfeindeten Staaten Japan und Deutschland zu der Schlacht um Tsingtau, einer ehemaligen deutschen Kolonie im heutigen China. Die Japaner gewannen die Schlacht und hatten danach eine Vielzahl deutscher Kriegsgefangener, die über ganz Japan verteilt untergebracht waren. Die anfängliche Unterbringung in Turnhallen, Gemeindehäusern, Tempeln u.ä. war selbst nach der damaligen Zeit und unter den gegebenen Umständen eine Katastrophe und wurde auch von Seiten unabhängiger Kriegsbeobachter bemängelt. Japan sah sich daraufhin gezwungen, etwas gegen diese unmenschlichen Zustände zu unternehmen und erbaute das Kriegsgefangenenlager „Bando“. Bando ist eine kleine Ortschaft auf der Insel Shikoku, gehört zur Stadt Naruto und der Präfektur Tokushima. Nach und nach wurden rund 1.000 Gefangene, vorwiegend von den anderen Lagern auf Shikoku, aber auch von Teilen Kyushus nach Bando verlegt. Das besondere an Bando war sein Lagerleiter, Kommandant Matsue. Dieser in den Kriegsgefangenen in erster Linie Menschen und keine Gegner. Dementsprechend wurden die Gefangenen auch behandelt. Diese bestanden hauptsächlich aus Reservisten und waren vor dem Krieg ihren jeweiligen Berufen nachgegangen. Diese Berufe versuchten sie, in Bando wieder auszuführen. So entstand im Laufe der Zeit ein Abbild des damaligen Deutschland. Es gab nahezu sämtliche Handwerksberufe, aber auch Wissenschaftler, Musiker, Ärzte und was es sonst noch so gibt und gab, waren in Bando versammelt. Unterstützt von der Lagerleitung konnten sie sich im Rahmen der beschränkten Möglichkeiten frei entfalten. Neben einer Vielzahl von Vorträgen sowie Theater- und Musikaufführungen sind es in erster Linie die Druckerzeugnisse, die in Bando so besonders waren. Es gab zwei Druckereien, die u.a. die einmal monatlich erscheinende Lagerzeitung „Die Baracke“ herausgaben, in der über so unterschiedliche Themen, wie Kriegsberichtserstattung, kulturelles Leben im Lager oder das Leben der Japaner berichtet wurde. Die Lagerleitung ermöglichte den Gefangenen zusätzlich einen regen Kontakt zu der ortsansässigen Bevölkerung, was sich nach anfänglichen Schwierigkeiten zu einer für beide Seiten sehr positiven Gemeinschaft entwickelte. Die Deutschen lernten von den Japanern und die Japaner lernten von den Deutschen. Bis heute sind Druckerzeugnisse erhalten geblieben, wie z.B. ein Buch über das japanische No-Theater, aber auch Märchenbücher, Beschreibungen der jap. Alltags- und kulturellen Lebens, Kochrezepte usw. usf. Natürlich waren die Deutschen weiterhin Gefangene, u.a. Arbeitsdienste zu verrichten hatten, aber diese Dienste hielten sich in Grenzen und um die Langeweile zu überbrücken, wurde eben viel gemacht. Besondere Berühmtheit erlangte Bando allerdings durch die erstmalige Aufführung Beethovens 9. Symphonie mit allen vier Sätzen in Japan. Nach Kriegsende wurden alle Gefangenen als freie Menschen entlassen. Als Dank, denn es war den Gefangenen offensichtlich bewusst, wie „gut“ sie es trotz ihres Gefangenendaseins hatten, wurde von den Musikern die Symphonie in allen vier Sätzen einstudiert und vor der gesamten Bevölkerung, bestehend aus Japanern und den Gefangenen, aufgeführt. Das besondere daran war, dass der vierte Satz eigentlich aus einem gemischten Chor besteht. Da es aber keine Frauen gab, wurde kurzerhand der Chor in einen reinen Männerchor umgeschrieben und schlussendlich aufgeführt. Von den knapp 1.000 Gefangenen kehrten 63 nicht nach Deutschland zurück, sondern blieben in Japan.
Das heutige Bando, bzw. die Stadt Naruto ist mit Lüneburg verschwistert. Vor rund 20 Jahren wurde in der Nähe des ehemaligen Lagers u.a. mit Beteiligung ehemaliger Gefangener ein „Deutsches Haus“ errichtet, in dem die Geschichte des Lagers dokumentiert ist. Nebenbei gibt es eine Ausstellung des Landes Niedersachsen und allerhand „Deutsches“ zu kaufen. Über die Geschichte des Lagers wurde der 2005/06 Film „bart no gakuen“ oder „Ode an die Freude“ gedreht. Er beschreibt auf eine schöne, berührende Art die Geschichte des Kommandanten Matsue und des Lagers. Sicherlich ist es ein Spielfilm, der nur in Teilen die tatsächliche Situation darstellen kann. Aber er zeigt auch, wie viel Gutes selbst in schlechten Tagen bewirkt werden kann, wenn man die Menschlichkeit nicht aus den Augen verliert. Vielleicht hat mich der Film auch deswegen so berührt, weil ich in Ansätzen „nachfühlen“ konnte, wie es ist, wenn man fern der Heimat ist und plötzlich vertraute Klänge hört, die einem ein Bild der Heimat vor Augen führt. Dies wurde im Film auf sehr eindrückliche Weise dargestellt. |
| 9. Juli 2006 |
Kyudoprüfung zum 2. Kyu Wer nicht wagt, der nicht gewinnt – sagte schon der alte Goethe (oder steht das in der Bibel?) und so macht ich mich also am Sonntag wagemutig mit einem Kollegen vom Marugame Budokan in Richtung Takamatsu zur Kyudoprüfung auf. Bereits beim Eintreten ins Takamatsu Budokan stellte sich uns eine Liste mit rund 170 Namen in den Weg, alles Prüflinge. Wenn man dagegen die vielleicht 20 Leutchens pro Prüfung in Deutschland dagegen hält... und dabei wird hier sechs Mal in Jahr geprüft. Von den 170 waren mindestens 90 % Schüler und Studenten und davon mindestens zwei Drittel Frauen. Ich bin da drin natürlich aufgefallen, wie ein bunter Hund, aber sobald man sich mal dran gewöhnt hat, macht es richtig Spaß, die Leute zu beobachten, wie sie auf einen reagieren. Jedenfalls und wie dem auch sei, ich als Nummer 67 lag irgendwo im Mittelfeld. Kurze Anmeldung und hoch ging es in den ersten Stock zur Begrüßung. Wenn man die 170 Menschen um einen rum stehen sieht, wird einem das Ausmaß und die spätere Massenabfertigung klar. Jedenfalls standen uns 7 senseis gegenüber, alle im prächtigen Kimono. Von der Eingangsrede habe ich natürlich nichts verstanden, aber das sollte ja auch erst mal egal sein. Hinterher strömte alles gen Dojo und meinereiner trottete brav hinter Iwane-san, meinem „Mentor“ aus Marugame hinterher. Die ersten Gedanken, ob ich denn so richtig bin, kamen, als er und fünf weitere, alles schon etwas ältere Herrschaften, sich aufmachten, in der Kamiza Platz zu nehmen. Für alle Nichtkyudoka – die Kamiza ist der „Göttersitz“ und da sitzen entweder die Ehrengäste, die Prüfer oder sonstige wichtige Personen. Im Falle der Prüfung saßen dort neben den Prüfern die Danträger. Ich, als einfacher Kyuträger, saß also am besten Platz des ganzen Dojos, während sich die Massen irgendwo daneben drängten. Zuerst kam ich mir schon ein wenig hochstapelnd vor, aber dann habe ich die Situation durchaus genossen, denn der Prüfungsleiter schoss eine schöne Eröffnungszeremonie mit allem was dazugehört. Der erste Pfeil ging daneben, aber der zweite saß sauber in der Mitte des Mato. Wirklich sehenswert. Das nächste Grinsen konnte ich mir nicht verkneifen, als wir nach der Zeremonie aufstehen mussten. Während der Zeremonie saßen natürlich alle in der Kamiza im seiza (Kniesitz) und sie dauerte schon ein paar Minuten. Dies ist die Sitzposition, in der einem Ungeübten nach kürzester Zeit die Beine dermaßen weh tun und dann einschlafen, dass selbst die schönste Zeremonie an Reiz verliert. Das schöne daran war nur, dass selbst die Japaner sich viel Zeit mit dem Aufstehen ließen..... Dann hieß es warten, bis die eigene Nummer aufgerufen wurde. Die Prüfung war generalstabsmäßig geplant und wurde auch so durchgeführt. Aufgerufen werden, Bogen und Pfeile holen und einreihen. Warten. Ins Dojo eintreten und sich setzen. Warten. Vorbereiten zur Prüfungszeremonie, schießen und raus. Meine praktische Prüfung war ok. Nicht besonders gut, aber auch nicht verheerend schlecht. Erwähnenswert ist nur, dass ich ja als doch recht langer Mensch mit einem recht langen Bogen die Bogenspitze im Abschuss an die Wandverkleidung knallte. Das lag nun auch daran, dass ich etwas über die shai (Abschusslinie) hinaustrat, aber sicherlich auch daran, dass ich eben kein Japaner bin. Vom Geräusch abgesehen, hat es nicht weiter gestört. Als zweiter in einer Fünfergruppe hatte ich eigentlich eine recht angenehme Position, wenn nur meine Vorderfrau nicht zu früh aufgestanden wäre. Die brachte mich für meinen zweiten Schuss etwas in die Hektik, aber letztendlich zog ich meinen Stiefel durch, wenn ich auch nicht getroffen habe, aber die Schüsse saßen nahe beim Mato und für den 2. Kyu war das schon in Ordnung. Hoffte ich zu dem Zeitpunkt noch. Das eigentlich Spannende sollte aber die theoretische Prüfung werden. Im Vorfeld hieß es nur, lern die hassetsu (die acht Schritte zum korrekten Schießen) auswendig und Du kannst gerne auf Englisch schreiben. Gesagt, getan und ich fand mich mit den rund 150 Kyuanwärtern wieder im ersten Stock. Da kam die Katastrophe. Der leitende sensei hielt seine Ansprache, erklärte das Thema der schriftlichen Prüfung und drehte abschließend eine Tafel um, auf der das Thema noch einmal stand. Alles schön und gut – aber kann ich Japanisch??? Ich saß ziemlich genau in der Mitte und als alle auf Kommando den Kopf beugten und losschrieben (wir saßen schön in Reih und Glied auf dem Boden), saß ich derweil da, wie ein begossener Pudel und sah die Prüfung in sehr, sehr weite Ferne rücken. Von dem, was der sensei sagte, habe ich absolut nichts verstanden und die Kanji schon gleich gar nicht. Da blieb nur noch aufstehen, zum sensei laufen und ihm die Situation erklären. Das immerhin konnte ich ihm noch begreiflich machen, aber was Thema der Prüfung war, stand für mich immer noch in den Sternen. Doch dem Mutigen helfen die Götter und so saß da doch glatt ein junger Australier, Austauschstudent in Weißnichwo, der gut Japanisch konnte und mir das Thema erläuterte. Das dann war: 1. Warum machen Sie Kyudo? Und 2. benennen und erläutern sie die hassetsu. Und just, als ich mich dann endlich über mein Blatt beugen konnte, tauchte Yamada-san, der englisch sprechende Kyudoka aus Marugame auf, und fragte, ob ich irgendwelche Probleme hätte. Ich gehe fast jede Wette ein, dass Yamada-san extra wegen mir nach Takamatsu gekommen ist, um mir das Thema zu erläutern. Denn er war bei der praktischen Prüfung nicht anwesend und hinterher habe ich ihn auch nicht wieder gesehen. Und Takamatsu – Marugame sind rund 30 km Fahrtweg! Ich schrieb also mein Wissen danieder und mit Ablauf der Zeit war ich grad mal zur Hälfte fertig. Also für die fehlenden Punkte noch schnell die wichtigsten Stichworte hingekritzelt und raus gegangen. Mich würde brennend interessieren, ob überhaupt jemand meinen Prüfungsbogen gelesen hat. Es stand ne Menge in schlechtem Englisch drauf, aber ob sich wirklich jemand die Mühe gemacht hat, das zu lesen.... ich habe da so meine Zweifel. Aber was soll’s, letztendlich hing der große Zettel mit allen Namen wieder an der Wand und alle, die bestanden hatten, waren mit einem roten Kringel gekennzeichnet. Die Nummer 67 auch..... Leider haben meine beiden Kollegen aus Marugame, die sich allerdings auch am 3. Dan versuchten, die Prüfung nicht bestanden. Bei Iwane-san war es immerhin der dritte Versuch. Aber die Prüfer in Kagawa-ken gelten angeblich eh als sehr streng und somit nicht weiter verwunderlich. Auch zwei Probanden, die m.E. irgendwo 5. Dan aufwärts eine Prüfung versuchten, haben (aus meiner bescheidenen Sicht allerdings zurecht) nicht bestanden. Es sei noch hinzugefügt, dass ich den ganzen Tag über nur die beiden Pfeile während der Prüfung geschossen habe. Da es mir noch an einem Makiwarapfeil mangelt und es keine Warmschießen aufs Mato gab, blieb nur ein Kaltstart.
Jetzt heißt es schön weiter üben, denn im September steht die Prüfung zum 1. Kyu ins Haus und im Dezember die zum shodan. Wenn da nur die Sprache nicht wäre..... |
| 10. Juli 2006 |
Besuch vom JAEC Für diesen Tag hatte sich Adachi-san, einer vom JAEC angekündigt. Adachi-san hat sich in unserer Einführungswoche hauptsächlich um uns gekümmert und jetzt wollte er halt mal sehen, wie es uns ergeht, wie wir untergebracht sind, ob es Probleme gibt und und und. Kommen sollte er nachmittags um zwei und nach guter japanischer Sitte ging ich davon aus, dass er gegen 10 vor zwei auftauchen wird. Ich würde derweil ab 12 Feierabend haben und mich ausgiebig, sprich mit Essen und einer gründlichen Dusche, auf den Besuch vorbereiten. Aber Japan wäre nicht Japan, wenn es nicht anders kommen würde, als man plant. Pünktlich um 12.50 Uhr fand ich mich an meiner Frühlingszwiebelwaschmaschine wieder und wusch fröhlich meine negi und wunderte mich nur, was das nun werden soll. 14 Uhr rückte näher und näher, weit und breit keine Dusche zu sehen, Ushimaru-san, der stellvertretend für den Chef, der gerade in China und Thailand rumgurkt, die Besprechung mitmachen sollte, war ebenfalls verschwunden und so harrte ich mal wieder der Dinge. Um viertel nach zwei tauchte Adachi-san dann endlich mit zwei Leutchens im Schlepptau auf, darunter die Praktikantin, die bis vor kurzem ein Jahr in der Schweiz war. Dreckig, verschwitzt und nass wie ich war, machte er natürlich gleich ein Foto von mir und meiner Waschmaschine (wär ja sonst auch nicht Japan....) und ab ging’s in den Besprechungsraum. Da wurde halt allgemeines abgehandelt, ob es Probleme gibt, wie es um die Gesundheit steht, Sprachevermögen und sonstiges Blabla. Anschließend wollten sie noch meine Wohnung besichtigen, die natürlich in bester Ordnung war ;-), auch da noch ein Bildchen geschossen und gut war’s. Das wäre ja alles ganz schön gewesen, wenn Adachi-san nicht Nachricht von dem Kollegen gebracht hätte, der in Fukuoka-ken auf Kyushu sitzt. Der hat, schlicht gesagt, die Schnauze voll von Japan und wird wahrscheinlich Ende August nach Deutschland zurückkehren. Wir Kollegen haben neulich von ihm eine Email erhalten, in der er sich beklagte, dass er rund 70 h-Wochen habe, der freie Tag kaum was bringe, der Kontakt zu der Gastfamilie eher gering sei und sein direkter Vorgesetzter ein Mensch mit Minderwertigkeitskomplexen sei, die er an ihm auslasse. Beste Voraussetzungen also, um sich rundrum wohl zu fühlen. Dies sind sicherlich alles gute Gründe, um Japan schnellstmöglich verlassen zu wollen, aber sowohl Adachi-sans als auch meine Meinung geht eher in die Richtung, dass er immer noch mit dem Kopf in Deutschland ist und einfach Japan nicht so nehmen kann, wie es ist. Ich vermute, dass das reale Japan nicht seinen Erwartungen entspricht und er das einfach nicht unter einen Hut bekommt. Was aber, das muss ehrlicherweise gesagt werden, nach 12 Stunden Arbeit mit einem bescheuerten Chef auch nicht einfach ist. Mal schauen, vielleicht können wir Kollegen ihn noch umstimmen (nicht überreden). Nach drei Monaten in Japan kommt einfach ein Tief. Das kenne ich mittlerweile aus eigener Erfahrung. Aber da muss man durch. Neulich hat mich eine Email erreicht, in der stand der folgende Satz: „Schalt endlich Deinen verdammten deutschen „ich-will-alles-verstehen-Schädel“ aus. Lass los! Flieg!“
Die Auswirkungen eines Taifun Vor ungefähr zwei Wochen hat sich im Pazifik südlich von Japan ein Taifun zusammengebraut und hat seit ein paar Tagen die südlichen Bereiche von Japan erreicht. In der laufenden Saison ist es Taifun Nummer drei, wobei längst nicht alle Japan erreichen. In den Nachrichten von Deutschland habe ich gelesen, dass es gewaltige Unwetter mit sehr viel Regen, z.B. 60 mm in einer Stunde oder 100 mm am Tag in D gab. Das sind für Deutschland ungeheure Regenmengen und da steht eine Stadt wie Berlin am Rande einer Katastrophe. Aber wenn man das mit den Auswirkungen eines Taifun vergleicht, sind das Wassertröpfchen. Hier regnet es auch 40 mm in einer Stunde, aber das den ganzen Tag lang! In den Nachrichten wurde tagelang über Regenmengen von 250 mm, 340 mm, 260 mm berichtet. Da kommt in einer Woche die Regenmenge von Deutschland in einem Jahr runter. Dementsprechend sieht es in den betroffenen Regionen auch aus. Das Wasser steht knietief auf den Strassen, gewaltige Erdrutsche blockieren Strassen und Gleise, Häuser werden zerstört usw. Besonders die Bereiche im südlichen Kyushu, aber auch das südliche Shikoku, Kochi-ken, wurden besonders getroffen. Hier in Kagawa-ken spüren wir selbstverständlich auch den Taifun. Aber weniger in Form von Regen (s. den Bericht übers Wetter weiter oben), als vielmehr in einer dauerhaften dichten Bewölkung und schwülwarmem Wetter. Die Temperaturen liegen so knapp an die 30°C, aber es ist einfach dermaßen schwül, dass man ständig am Schwitzen ist. Neben den wetterbedingten Auswirkungen bedeutet es aber auch, dass ich im Moment um 15 Uhr Feierabend habe. Wie berichtet, beginnen wir morgens um sechs Uhr und wenn die heißen Tage kommen, ist die Mittagspause drei Stunden lang. Aber im Moment kommt die Sonne kaum durch die Wolken und so kann man in den Mittagsstunden „gut“ arbeiten. Das heißt aber dann auch, dass die acht Arbeitsstunden pro Tag um 15 Uhr rum sind. Auch recht angenehm.... |
| 14. Juli 2006 |
Hiroshima und Miyajima Angekündigt hatte es Kondo-san schon vor etwa zwei Wochen und heute ging es los. Es war eine ähnliche Reise, wie nach Tokyo, nur dass dieses Mal diejenigen Chinesen dabei waren, die ein Jahr hier arbeiten. Das schöne daran war aber vor allem, dass auch Stefan eingeladen war. Das nahmen wir natürlich zum Anlass, dass Stefan bei mir übernachtete und wir den Abend in aller Ruhe gemeinsam mit leckerem deutschem! Essen und viel Palaver verbrachten. Es sollte eine Bustour von Zentsuji nach Hiroshima mit einer Reisegesellschaft aus Zentsuji werden. Dabei waren rund 20 Leute, davon die Hälfte etwa Chinesen, fünf Japaner, zwei Thailänderinnen und wir beide. Lustige Truppe, vor allem, als es daran ging, sich im Bus über Lautsprecher vorzustellen – da hat auf einmal jeder sein Japanisch vergessen.
Hiroshima Die Stadt an und für sich, die Hannoveraner, die mit Hiroshima verschwestert sind, mögen mir verzeihen, ist an und für sich keine besonders schöne Stadt. Zumindest, wenn man von dem ausgeht, was ich gesehen habe. Das Besondere ist halt die Geschichte der Stadt und so sind wir natürlich in den Friedenspark mit der weltberühmten Ruine des Atombomendomes und anschließend in das Friedensgedächtnismuseum gegangen. Wenn man das alles einmal in Wirklichkeit sieht und dazu die Ausstellungsstücke im Museum nimmt, dann wurde zumindest mir klar, war für eine furchtbare Waffe eine Atombombe ist. Derzeit flimmern ja mal wieder Bilder von den Kämpfen in Israel und Libanon über den Bildschirm. Dabei werden „nur“ einzelne Gebäude zerstört und es werden wahrscheinlich hunderte von Raketen u.ä. abgeschossen. Hiroshima wurde von einer einzigen, etwa drei Meter langen Bombe nahezu gänzlich zerstört. Bis Ende Dezember 1945 hatten etwa 140.000 Menschen wegen dieser Bombe ihr Leben verloren. Und wenn man sich weiterhin vorstellt, dass es heute im Vergleich zu dieser kleinen Bombe wesentlich größere und wirkungskräftigere Atombomben gibt..... dann sollte jeder, der diese Waffen befürwortet einmal offenen Auges durch das Museum gehen. Vielleicht käme er dann auf die Idee, dass man die Dinger doch schnellstens verschrotten sollte.
Miyajima Der wesentlich erfreulichere Teil folgte anschließend nach einem Okonomiyaki-Essen, für das Hiroshima ebenfalls, zumindest in Japan, berühmt ist. Die Fahrt ging erst per Bus und dann per Schiff nach Miyajima mit dem weltberühmten Itsukushima Schrein. Ich bin sicher, dass fast jeder schon einmal das berühmte rote Tor mitten im Meer gesehen hat. Es wird in wirklich jedem Japanreiseführer abgebildet und ist seit 1996 in der UNESCO Liste als Weltkulturerbe aufgeführt. Das Tor kann man schon von weitem erblicken und wirkt etwas eigentümlich, da es wirklich mitten im Wasser steht und auf den ersten Blick so verloren rumsteht. Aber wenn man dann durch den Schrein geht, passt es doch wieder ins Bild. Das schöne daran war auch ein Gewitter, das sich über dem Festland ausbreitete und langsam Richtung Miyajima kam. Ein gewaltiger Anblick, wie es immer dunkler wurde, der Regen langsam näher kam und die Blitze zucken und der Donner grollend über das Meer kam. Während wir durch den Schrein, der aus einer größeren Anzahl einzelner Gebäude besteht, liefen, wurde ein Film mit einem berühmten japanischen Schauspieler gedreht. Die Darsteller liefen alle in Samuraikostümen rum und die Frauen im Kimono. Ein witziger Anblick, zwischen all den Touristen. Und das Gewitter kam immer näher – die haben ganz schön schnell gespielt.... Sollte ich irgendwann mal Zeit haben, würde ich mir gerne den Schrein in Ruhe und mit einer guten Kamera im Anschlag ansehen. Vor allem im Herbst muss der Schrein und die Natur drum herum ein wahres Naturschauspiel sein.
So eine Bustour mit einer japanischen Reisegesellschaft ist schon was besonders, denn dann versteht man, woher die Vorurteile kommen, dass Japaner Reisen nach dem Motto „Deutschland in drei Tagen“ machen. Außer im Bus hat man für nichts wirklich Ruhe und Muse, denn der nächste Programmpunkt steht schon wieder parat. Also schnell alles angeschaut, ein paar Bilder geschossen und weiter geht’s. Und dann gibt es da noch diese Reiseleiterinnen. Diese im schönen Kostüm gekleideten Damen erklären einem wirklich alles. Das heißt, dass sie während der ganzen Busfahrt, auch von Zentsuji nach Hiroshima, am Stück geredet hat. Am Anfang ist es ja noch recht spannend, aber irgendwann geht einem das Gesülze so was von auf den Wecker, dass man am liebsten den Stecker vom Mikrofon ziehen möchte. Es ist nicht übertrieben, wenn ich sage, dass sie zwei Stunden am Stück geredet hat und in jeder noch so kurzen Fahrt mit dem Bus gleich wieder zum Mikrofon griff. Stefan und ich haben versucht, uns mit Musik aus seinem MP3-Player geistig zu entfernen, aber es hat nur schwer geholfen. Ich habe dann einfach mal eine Stunde geschlafen. So was von nervig. Immerhin war sie auf dem Rückweg ruhig. Da kam dann aber in einem der Chinesen die musikalische Ader zum Vorschein, denn er begann auf einmal, natürlich auch über Bordlautsprecher, chinesische Weisen zum Besten zu geben. An und für sich ganz nett, wenn denn die Stimme dafür geschaffen ist und nach drei Stücken Schluss ist. Aber er fand sich wohl ziemlich gut. Das war dann wirklich ein Angriff auf die Willensstärke. Links im Ohr englischsprachige Popmusik von Stefan und rechts im Ohr getragene chinesische Volksweisen. Da half auch kein Schlaf mehr.
Überhaupt sind die Reaktionen der Chinesen auf diese Reisen sehr interessant. Stefan und ich waren begeistert von diesem schönen Tag. Die Chinesen dagegen fanden es eher langweilig und uninteressant. Auf die Frage warum, kommt man letztendlich auf eine Antwort, die sinngemäß lautet: das, was wir gesehen haben, haben wir in China auch und meistens größer und schöner. Und das Essen ist auch nicht wirklich lecker.... Je mehr ich das Verhältnis zwischen den Chinesen und den Japaner beobachte, desto deutlicher wird mir die Rivalität zwischen den beiden Nationen. Auf politischer Ebene sind die Spannungen hinlänglich bekannt, aber auch im kleinen wird des öfteren heiß diskutiert, wem denn nun das Gas gehört, wer wo besser ist, welches Essen besser ist und wenn man mit einer der beiden Nationen allein ist, kommt gelegentlich schon mal ein Kommentar über den Anderen. Das Verhältnis zwischen den Kollegen ist wirklich freundschaftlich, das kann nicht anders beschrieben werden. Aber letztendlich zeigen sich die Unterschiede doch recht deutlich. Und wenn die Chinesen in ihre Heimat zurückkehren, nehmen sich sicherlich viel Geld, aber ansonsten wenig mit zurück. Und vor allem haben sie sehr wenig von ihrem Gastland gesehen und erfahren. In drei Jahren eigentlich schon ein wenig schade. Aber Geld ist halt Gott....
Und noch am Rande - wir haben im Moment täglich mindestens 33 bis 35 °C, neulich sogar 37 Grad. Selbst Nachts kühlt es nicht ab und so ist an einen erholsamen Schlaf ohne eine Klimaanlage kaum zu denken. Eigentlich widerstrebt es mir, eine Klimaanlage zu benutzen und meistens sind die hier auch viel zu niedrig eingestellt. Aber wenn ich die Wahl zwischen einem erholsamen Schlaf mit und einer ruhelosen Nacht ohne Klimaanlage, dann weiß ich, was ich wähle. Umwelt hin oder her. Dabei habe ich schon 25 Grad Raumtemperatur eingestellt. |
| 17. Juli 2006 |
Des Wahnsinns fette Beute Geld ausgeben ist leichter, als es zu verdienen und doch macht es ganz schön viel Spaß, wenn denn die Gegenleistung stimmt. Ich habe schon länger mit dem Gedanken gespielt, mir eine neue und hoffentlich bessere Kamera zu gönnen. Hier gibt es so viel zu fotografieren und mit meiner bisherigen Kamera komme ich öfter mal an die Grenzen des Machbaren. Also habe ich mein Konto geleert, in der Hoffnung, dass der kümmerliche Restbetrag das Essen des laufenden Monats sichert und mir eine Canon PowerShot S3 IS gekauft. Wenn ich das Sushiessen mit Ito-san hinzurechne, der mir wirklich sehr viel geholfen hat, hat sie mich schlappe 50.000 Yen gekostet. Nicht gerade ein Schnäppchen, aber auch nicht verheerend teuer. Jetzt muss sie nur noch die in sie gesetzten Hoffnungen erfüllen. Oder wird die Qualität der Bilder etwa vom hinteren Ende der Kamera bestimmt??? Man wird sehen. Das einzige Problem, das es jetzt noch zu lösen gilt, ist die japanische Bedienungsanleitung. Aber ein Herausforderung soll man ja annehmen.
Außerdem wollte ich die Kamera haben, bevor es am Montag nach Kyushu geht. Cheffe bzw. JA hat mal wieder eingeladen. Dieses Mal scheint es eine Tour mit Landwirten zu sein, die sich ein paar freie Tage gönnen und das eine oder andere besichtigen. Ushimaru-san meinte nur lakonisch, „da gibt es viel Bier zu trinken“. Meine arme Leber.... |
| 19. Juli 2006 |
Ahle Worscht ist beste von Welt Wer solche Freunde hat, der muss auch am Ende der Welt nicht auf Genüsse aus der Heimat verzichten. Karin aus Göttingen hat mir ein Paket zukommen lassen, in dem sich doch glatt der höchste der nordhessischen Genüsse, eine Ahle Worscht befunden hat. Dazu war noch ein eine Dose Pumpernickel eingepackt. Ach herrje, war das lecker, zumal ich noch ein paar Hengstenberg Saure Gurken aus Bando und ein bisschen Streichkäse vom letzten Abendessen mit Stefan über hatte. Heimatlicher kann ein Abendessen nicht sein. Einzig das Bier war japanisch, aber irgendwelche Abstriche muss man wohl doch machen. Es fing schon damit an, als ich beim öffnen des Pakets dachte, den Geruch kennste doch, und dann liegt da unter der ganzen Zeitung schön in Wachspapier eingeschlagen diese Ahle Worscht.... und weil grad eh Abendessenszeit war..... mein Grinsen reicht jetzt noch von einer Zimmerecke bis zur anderen. Ganz scheinheilig habe ich dann noch Stefan zum Abendessen eingeladen, wohl wissend, dass er nicht so einfach spontan von seiner Familie los kann – aber zu meiner Ehrenrettung sei hinzugefügt, dass ich von allem noch genug habe, um ihm am Freitag ein gutes Abendessen servieren zu können.
Das bringt mich doch glatt auf den Gedanken, dass ich eigentlich mal meine Adresse veröffentlichen könnte. Das soll nicht heißen, dass ich nun wöchentlich ein Ahle Worscht will, aber wer Zeit, Lust und Muse hat, der darf mir gerne einen Brief oder eine Karte schicken. Ich freue mich natürlich auch über jede Email, aber ein Brief hat einfach eine andere Qualität. Und bevor jetzt doch noch jemand auf dumme Gedanken kommt, gleich mal eine Warnung vorweg – Pakete von Deutschland nach Japan sind irre teuer. Also lasst es sein, esst die Worscht selber und denkt dabei an mich. Dann haben alle was davon. Hier ist sie also nun:
Markus Hanssler 765-0040 Kagawa-ken Zentsuji-shi Yogita-cho 3085 Japan
oder für diejenigen, die der Kanji mächtig sind: 765-0040 香川県 善通寺市 与北町 3085 マルクス・ハンスラ Japan 日本
Aber ich warne diejenigen, die sich an den Kanji versuchen wollen – es sollte wirklich jeder Strich stimmen, sonst kommt der Brief entweder gar nicht an oder er landet womöglich irgendwo in Hokkaido oder auf einer der dreitausend Inseln Japans.
Falls jemand Probleme mit dem Anzeigen der Kanji hat, der muss auf seinem Rechner irgendwo in der Systemsteuerung die ostasiatischen Sprachen und da wiederum Japanisch aktivieren.
Heimtraining Was ein richtiger Japaner werden will, der muss seine Stimme schulen. Obaasan lud neulich wieder zum Karaokeabend ein. Selbstverständlich habe ich zugesagt und Kyudo für den Abend sausen lassen, denn wann hat man hier schon mal die Gelegenheit, mit weiblicher Begleitung auszugehen. Am Dienstag wollte ich also nach getaner Arbeit Schlaf nachholen, als obaasan plötzlich vor meiner Tür stand. In der Hand eine Karaokemaschine für den Heimbedarf. Mir sind beinah die Augen aus dem Kopf gefallen, als ich realisiert habe, was sie mir da anpreist. Ich hab sie natürlich erst mal in meinen Männerhaushalt eingeladen und dann hat sie mir erklärt, was sie von mir will. Neben der Karaokemaschine war nämlich auch noch eine CD mit einem berühmten japanischen Schlager dabei, den ich doch bis zum Abend können sollte. Selbstverständlich kein Problem, war der Text doch voller Kanji und beim Gesang hört sich Japanisch auch gleich an, wie wenn normal gesprochen wird.... Ich also meine vielen Lexika geschnappt, das Lied mindestens 25 mal angehört und den Text Kanji für Kanji entziffert. Zum Glück war der Text relativ einfach. Ansonsten wäre das bis zum Abend nix geworden. Der Abend wurde dann auch recht lustig, auch wenn ich den Schlager nicht vorgetragen habe. Das hat freundlicherweise Koyama-sensei übernommen, aber alle ! haben kräftig mitgesungen. Und ich weiß jetzt, dass „let it be“ verdammt schwer zu singen ist. Das habe ich von meiner Liste der möglichen Songs sofort nach dem Auftritt wieder gestrichen.
Unterschiedliche Wichtigkeiten Ich sehe mir jeden Morgen die Nachrichten im japanischen Fernsehen an, um erstens ein Gefühl für die Sprache zu bekommen und um zweitens ein bisschen was davon mitzubekommen, was Japan im Moment bewegt. Ebenfalls nahezu täglich schaue ich unter tagesschau.de nach, was Deutschland bewegt. Dabei fällt deutlich auf, dass die Schwerpunkte z. T. sehr unterschiedlich gesetzt werden. Während in Deutschland z.B. der Krieg zwischen der Hisbollah und Israel Topthema ist, erscheint diese Meldung hier erst an vierter oder fünfter Stelle. Auch das Thema Irak ist eher ein Randthema, sieht man davon ab, dass Japan seine Truppen aus dem Land zurückziehen wird. Ansonsten sieht man wenig vom Irak. Ganz anders wird dagegen das Thema Nordkorea und die Raketentest der Nordkoreaner behandelt. Während diese Meldung schon nach wenigen Tagen nicht mehr bei tagesschau.de zu finden war, ist das hier auch lange nach den eigentlichen Tests ein absolutes Topthema und wird von allen Seiten beleuchtet und durchgekaut. Kurz nach den Tests gab es lange Diskussionsrunden im Fernsehen, Bilder von den nordkoreanischen Test von 1998 wurden laufend wiederholt (so oft, dass man meinen könnte, die Japaner leiden alle unter Gedächtnisschwund und man muss die Bilder daher wochenlang ! in jeder Nachrichtensendung zeigen – meiner Meinung nach fast schon übertrieben oft. Aber das ist eben auch Japan), und das Verhalten der UNO wird ausgiebig diskutiert. Allerdings muss man sich auch vor Augen halten, dass Nordkorea nur einen Katzensprung von Japan entfernt ist und das nordkoreanische Regime von hier aus mit sehr viel Argwohn beobachtet wird. Es wäre in etwa vergleichbar, wie wenn Großbritannien ein undurchschaubares Regime wäre und Raketentest in der Nordsee durchführen würde. Dann wäre das sicherlich auch in Deutschland für Wochen das Topthema.
Ein weiters Phänomen, das man aus deutschen Landen eher weniger kennt, sind Wilde Hunde Hier in Kagawa-ken gibt es erstaunlich viele wilde Hunde, die zwar relativ zutraulich erscheinen, aber doch niemanden an sich ran lassen. Man findet sie nahezu überall, so z.B. auf dem Gelände einiger Tempelanlagen, aber auch herumstreunend auf den Feldern und in den Dörfern und Städten. So weit ich die Lage beurteile, stellen sie weiter kein großes Problem dar, allerdings habe ich darüber noch mit keinem Japaner gesprochen. Wo sie sich allerdings gelegentlich bemerkbar machen, ist bei der Negiernte. Immer mal wieder findet man in den Feldern Stellen von niedergetrampeltem negi, was eindeutig nicht auf Schäden von Insekten oder Wind zurückzuführen ist. Und da es ansonsten keine Probleme mit Großwild gibt, können es nur die Hunde sein. Ob gegen die Tiere vorgegangen wird, kann ich noch nicht sagen. |
| 20. Juli 2006 |
Im Moment regnet es hier wie aus Eimern. Seit gut einer Woche ist es vorbei mit dem schönen Wetter. Die Temperaturen liegen so um die 25 Grad, z. T. sogar darunter, was es schon seit Wochen und Monaten nicht mehr gab. Wenn es regnet, dann richtig. Ich vermute, dass in der Woche so um die 150 bis 200 mm Niederschlag gefallen sind. Die Flüsse führen sehr viel Wasser und schwemmen endlich den ganzen Müll, der in den Flüssen rumliegt, ins Meer. Aber das ist ein Thema für ein anderes Mal.
Jetzt heißt es Gewinnspiel Teil 2 Das erste Gewinnspiel war wohl etwas zu einfach, denn die erste richtige Lösung kam 24 Stunden nach der Veröffentlichung. Allerdings kam die letzte rund zwei Wochen später. Die richtige Lösung, was „kyabetsu“ denn wohl ist, war „Kohl“ oder „(white) cabbage“. Die schnellsten waren Harald und Ute. Allerdings muss ich gestehen, dass ich nicht der schnellste mit dem Versenden des Gewinns war, aber das lag an den Umständen, schließlich ist die Post ganze fünf Minuten mit dem Fahrrad entfernt und hat auch nur bis 19 Uhr auf...... Das nächste Rätsel ist ein Bilderrätsel und ich weiß nicht, ob es einfach ist oder nicht, aber wie gehabt, der oder die erste mit dem richtigen Ergebnis erhält eine handgeschriebene Postkarte aus Japanesien. Wer kann mir sagen, was ich hier fotografiert habe? Auch abstruse Einfälle werden gerne angenommen. |
| wegen der Übersichtlichkeit geht es ab jetzt im 5. Teil des Tagebuchs weiter. |