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Tagebuch einer Japanreise - Teil 12

Auf diesen Seiten möchte ich Euch einen Eindruck von meinem Japanaufenthalt

in Zentsuji vom 10. April 2006 bis 16. März 2007 vermitteln.

 

 

30. März 2007

Getrennt

Bislang bestand mein Betrieb aus drei Teilbetrieben. Kondo-noen als der Überbau und darin Yasai-batake und Megumi. Der Chef von Yasai-batake ist Ushimaru-san, der von Megumi Ujike-san. In dieser Konstruktion können sich die beiden unter der Kontrolle von Kondo-san an das Chefsein gewöhnen und Betriebsführung lernen. Ziel ist es, dass über kurz oder lang die Betriebe aus dem Verbund ausgegliedert werden und als weitgehend eigenständige Betriebe handeln. Zum 1. April wurde Yasai-batake ausgegliedert. Das bedeutet, dass neben rund sechs Hektar Fläche auch vier Leute gehen. Zwei Japaner (Ushimaru-san und Ito-san und zwei Chinesen). Für uns heißt das, dass Arbeitskraft verloren geht, die so schnell nicht kompensiert werden kann. Arbeit gibt es im Moment mehr als genug und wenn da mal so schnell 25% abgezogen werden, wird es knapp
31. März 2007

Unverhofft

Im Moment geht es rund. Seit ich wieder hier in Kagawa bin, ist wirklich jeder Abend verplant. Wenn ich mir überlege, dass ich mich eigentlich in Ruhe auf meine Kyudoprüfung vorbereiten wollte, denn so viel wird in den Wochen zwischen Abflug der Kollegen und meinem Abflug nach Tokyo nicht los sein, dann kann ich darüber heute nur lachend den Kopf schütteln. Ich komme gerade mal dazu, einmal die Woche ins Training zu gehen, zu mehr langt die Zeit einfach nicht.

Immerhin zeigt mir das, dass ich mich hier doch gut eingelebt habe und ich viele Menschen schlicht auch treffen will und nicht nur muss. Doch selbst in drei Wochen kann es passieren, dass man Leuten absagen muss. Nicht schön.

 

Doch es gibt immer auch unverhofftes. Als ich am 16. des Abends nach Zentsuji zurückkehrte, volles Gepäck noch auf dem Rücken, kam okaasan und drückte mir sogleich einen Termin aufs Auge, den ich unbedingt einhalten solle. Ich solle die Tochter von o-nishi-san treffen. Schön und gut, aber weder kenne ich die Tochter, noch habe ich sie je gesehen noch konnte ich mir im geringsten vorstellen, warum sie mich treffen will, zumal mein Zeitplan eh schon dicht war. O-nishi-san selbst ist eine meist gut gelaunte, energische Frau in den Endfünfzigern und so war ich denn schon gespannt, was diese Verabredung bringen würde.

In Gedanken ging ich jede Möglichkeit durch, was denn passieren könnte, wer die Dame sein könnte und überhaupt. Doch was kam, war natürlich mal wieder ganz anders, als erwartet. Pünktlich stand ich also im Hof, als ein Geländewagen rein fuhr, der so groß war, dass er fast nicht reingepasst hätte. Darin drei Mädels, gut gelaunt und ich gleich mittendrin. Die Stimmung war schon richtig gut und nach ein paar Minuten des Aneinandergewöhnens wurde es lebhaft in der Karre, begleitet von Musik, dass mein sein eigenes Wort kaum verstand, geschweige denn das Japanisch aus dem Hintergrund.

Grundsätzlich sind die Japaner ein Volk, das nicht Autofahren kann. Es passiert selten, dass ich völlig entspannt als Beifahrer in einem Auto sitze. Sie können’s einfach nicht. Um so mehr überrascht war ich, als die Tochter (deren Namen ich schon wieder vergessen hatte, bevor sie ihn mir nannte ... ) sehr souverän und locker fuhr, zumal mit einem Auto mit Gangschaltung und keiner Automatik. So ging nächtens also los. Ziel war eine kleines Restaurant. Wir vier an die Theke und los ging das Geschnatter. Zum Essen gab es frei nach Auswahl viele verschiedene frittierte Kleinigkeiten, frisch zu bereitet und echt lecker. Ein immer wieder dankbares Thema ist ja Essen und als die drei Mädels und ich an einem Tisch saßen, ging es einmal durch den internationalen Gemüsegarten der Spezialitäten. Nebenbei schlugen wir den Bogen über Kyudo, Bier, Schnaps und Essen, Fallschirmspringen und Tauchen, Essen, Autos, Trampolinspringen und dumme Unfälle, Essen und wieder zurück. Verstanden habe ich längst nicht alles, aber im Gespräch immer kräftig mitgemischt.

Zurück auf dem Hof war das Gelächter aber noch lange nicht rum. Im Hintergrund Jobi, der kläffende Hund und wir schossen alberne Fotos.

 

Der Abend war mal wieder so ganz anders, als gedacht und vielleicht gerade deswegen lustig und eine neue Erfahrung. Mir ist nach wie vor schleierhaft, warum mich die Mädels kennen lernen wollten. Gut, eine war mal in Deutschland und alle drei sind offensichtlich sehr reisefreudig. Aber warum ich? Egal, mir soll es recht gewesen sein.

4. April 2007

Soubetsukai – oder das Abschiedsbesäufnis

Gestern Abend fand einerseits die Willkommensparty für die neuen Praktikanten an, die vorerst mal ein Jahr hier arbeiten (drei an der Zahl) und andererseits mein Abschied. Dazu ging es in ein Yakiniku-Restaurant.

Der Abend war witzig, es wurde viel geredet und getrunken und vor allem einer der neuen Praktikanten hat lautstark das Wort geführt.

Im Laufe des Abends kam ebendieser Praktikant, der sich zugegebenermaßen oft mit mir unterhielt, auf die Idee, dass das deutsche Naziregime doch so schlecht gar nicht gewesen sein könnte. Ich sagte dazu nicht sonderlich viel, mein Gesicht sprach wohl Bände. Er bemerkte offensichtlich, dass er damit nicht gut ankam, bohrte aber noch mal nach. „Schlecht war’s schon, aber ...“ Mitten im Satz wurde Chef auf das Thema aufmerksam und pfiff ihn sofort zurück. Da wurde er so klein mit Hut und entschuldigte sich vielmals.

 

Er hat mir damit nicht den Abend versaut und es wurde noch recht lustig. Viel interessanter fand ich schlicht die Tatsache, wie ein junger Japaner, der noch nie aus seinem Land rausgekommen ist, über die jüngere deutsche Geschichte und über das deutsche Volk denkt.

Ende April 2007

Was noch geschah

Der Vogel ist gelandet und schaut zurück. Mittlerweile bin ich wieder in Deutschland angekommen und versuche mich, an das hiesige Leben zu gewöhnen. Bei dem (außer für die Landwirtschaft) wunderbaren Wetter ist das kein großes Problem und der Stress hält sich auch noch in Grenzen.

Doch was geschah noch alles nach dem letzten Eintrag? Viel ist passiert und mir werden sicherlich nur noch Bruchstücke einfallen und nur die eindrücklichsten Erinnerungen werden zu Papier kommen, aber sei’s drum.

 

Abschied von Kagawa

Die letzten Tage in Kagawa waren schon ein wenig komisch, zumindest vom Gefühl her.

Die Kirschblüte hatte nach einer langen Wartezeit endlich doch noch eingesetzt und so blühte es an allen Ecken und Enden und es ist schon ein beinah berauschender Anblick, wenn nach den vielen Winterwochen diese tolle Blütenpracht erscheint. Und sie erscheint quasi über Nacht. Innerhalb weniger Stunden erblüht ein Baum zu voller Pracht, zeigt sich wenige Tage in all seiner Schönheit und so schnell, wie das Naturwunder erscheint, so schnell ist es wieder weg.

So hieß es denn schnell, mit den Damen meines Betriebes „Hanami“ zu machen, was übersetzt einfach nur Blütenschau heißt, aber nur auf die Kirschblüte bezogen wird und nicht anderes ist, als dass man sich unter möglichst schöne Kirschbäume setzt, etwas isst und trinkt und je nachdem, wer dabei ist oder wie viel Zeit man hat, sich den ganzen Tag damit um die Ohren schlägt. Dabei Federball spielt, Blüten betrachtet und einfach den Tag bei gutem Wetter genießt. Ein ganz besonderes Stück japanische Kultur. Schwer zu beschreiben, wenn man es nicht kennt.

Mit meinen Damen ging es aber nur in der Mittagspause zu Hanami hinters Rathaus, was nichtsdestotrotz sehr schön war.

 

Überhaupt waren die letzten Arbeitstage zwar noch mal volle Arbeitstage, aber so richtig voll waren sie für mich dann doch nicht. Ein oder zwei Mal wollte ich einen Nachmittag frei haben und ich musste kaum fragen, da lachte schon der Chef oder Ushimaru-san oder Ujike-san und meinten sinngemäß, du musst doch eh nicht mehr arbeiten, geh doch. Sicherlich hätte ich in diesen letzten beiden Wochen öfter frei machen können, aber einerseits wollte ich das nicht und andererseits – wer hat schon tagsüber Zeit, sich zu treffen? Dann kann ich auch arbeiten.

 

Ojisan wollte es sich ebenfalls nicht nehmen, mich zu Hanami mitzunehmen. Bei strömendem Regen fuhren wir los und pünktlich zur Ankunft im Manno-koen, einem Park in der Nähe, hörte es auf. Leider waren wir etwas 2 bis 3 Tage zu früh dran. Dennoch konnte man erahnen, in welcher Pracht dieser Park erleuchtet, wenn bei strahlendem Sonnenschein die vielen hundert Kirschbäume blühen. Doch auch wir hatten ein paar sehr schöne Ausblicke mit Kirschbäumen vor den Bergen Kagawas.

Auf der Rückfahrt lud er mich in die Udonbude ein, in die er öfter Kohl und Negi liefert. Kama-age Udon – zum ersten Mal gegessen und so lecker, dass ich mich fast ärgerte, dass ich dieses leckere Udongericht erst bei der Abreise kennen lernte. Aber shou ga nai – da kann man nix machen, wie der Japaner sagen würde.

 

Es war ausgemacht, dass ich am 7.4. von Yuko abgeholt werde und daher bis zum 5. April arbeite. Der 6.4. wollte ich mir für Aufräumen etc. frei halten. So geschah es denn auch und als Yuko am 6.4. Abends kam, war ein Großteil schon fertig.

Des Abends hatte ich mich allerdings noch mit Stefans Gastfamilie verabredet, denn ich wollte ihm ein paar Kleinigkeiten, die zu schade zum wegwerfen sind und die er in seinem nächsten Jahr in Kagawa vielleicht noch brauchen kann, überlassen. Das wurde ein sehr nettes Abendessen und natürlich noch mal länger, als geplant.

 

Der siebte morgens ließ die Bude im Glanz erstrahlen, dass mir manchmal der Gedanke kam, ob dieses Zimmer seit seiner Erstellung jemals so sauber ausgesehen haben mag .. Im Hof war dann natürlich großes Hallo, als ich Kondo-san, okaasan, ojiisan und obaasan Yuko vorstellte ;-) Wir redeten alle noch mal ganz nett zusammen, dankten uns gegenseitig für ein schönes und erfolgreiches gemeinsames Jahr und fort ging es. Irgendwie war mir im ersten Moment noch gar nicht bewusst, dass damit ein langes kurzes Jahr zu Ende ging. Obaasan stand noch an der Strasse und winkte, als wir schon längst weg waren. Zu ihr hatte ich wohl ein wirklich besonderes Verhältnis...

 

Unser erster Weg führte uns in ein Onsen in der Nähe und dann auf langsamen Weg gen Hiketa, Yukos Heimatstadt. Unterwegs standen viele Kirschbäume, die uns zu Hanami einluden, was wir selbstverständlich annahmen.

 

Der letzte Tag in Kagawa brachte gutes Wetter, noch mal gutes Essen von Yukos Mutter und ein bisschen Wehmut. Noch war Japan nicht rum, aber doch schlich sich der Gedanke, dass bald alles anders sein wird, in den Kopf.

Yuko brachte mich zum Flughafen und ab ging die Reise nach Tokyo – einem anderen Leben entgegen.

8. bis 19. April 2007

Tokyo

In Tokyo quartierte ich mich in der JuHe im Meiji-Park ein, unweit des Meiji-Dojos, in dem ein Großteil des Kyudoseminar ablaufen würde.

Abends traf ich mich mit Tomoko und Wendy, die beiden Damen, die ich und Stefan in Kagoshima kennen gelernt hatten. Lustig wurde der Abend, viel geredet, lecker gegessen (Okonomiyaki) und viel gelacht. Dabei machte ich die Erfahrung, dass es in Japan ganz üblich ist, dass man vor einem Restaurant mal locker eine Stunde oder so wartet, bis man eingelassen wird, ich lernte eine spezielle Form des Tokyoter Okonomiyaki kennen und weil wir uns so gut verstanden und die beiden Kyudo noch nie gesehen hatten, wollten  sie am Freitag ins Nippon Budokan kommen und sich die Veranstaltung und den Wettkampf ansehen.

Es ist schon witzig, wo man Menschen kennen lernen kann (beim Wandern in der Einsamkeit), wie man anfängt, sich zu mögen und wie man sich immer wieder begegnet.

 

Am 9. April, es regnete Bindfäden, nahm ich mir die Zeit, tingelte langsam nach Gotanda, einem Stadtteil von Tokyo und nahm am frühen Nachmittag die ankommenden deutschen Kyudoka am Hotel in Empfang. Groß war das Hallo und lange nicht gesehene Gesichter wurden willkommen geheißen. Mit Hans-Günter ging die Tour weiter in die JuHe und dort stellte sich heraus, dass eine Truppe Berliner und eine Frau aus Hannover, die ich zudem noch kannte, ebenfalls dort unterkamen.

 

Mein guter Hans-Günter hatte mir vor ewig langer Zeit, es dürfte Anfang Januar sein, ein Paket gen Japan mit einer Blasenblutwurst geschickt. Nur – diese sicherlich wunderbare Wurst kam niemals bei mir an. Man kann sich vielleicht vorstellen, wie sehr mich dieser Umstand geärgert hat. Trotz diesem Ärger ließ mich HGG nicht im Stich und brachte statt dessen eine echte Ahle Worscht mit. Zwei Dosen pro Mann beim Kombini gekauft und ich kann Euch sagen – Abends ein lang ersehntes Wiedersehen mit japanischem Bier und hessischer Ahle Worscht – das kann nur ein gutes Ende eines guten Jahres einläuten.

 

Kyudoseminar

Am folgenden Morgen ging es endlich los. Mich traf allerdings fast der Schlag, als ich morgens ins Meiji-Dojo einlief. Sage und schreibe rund 400 Ausländer standen rum und warteten auf den Beginn. Davon etwa 140 Franzosen, 70 Deutsche und der Rest überwiegend aus Europa und ein paar Amerikaner. Dicke Veranstaltung.

Unsere senseis schienen mir durchaus hochrangige Vertreter ihrer  Zunft zu sein und so ging es dann los. Erste und einzige Aufforderung: „Strengt Euch an! Wir geben unser Bestes, als hoffen wir, dass auch ihr euer Bestes gebt!“

So ein Seminar ist an sich eine feine Sache, wird man doch von einem mehr oder weniger gut gelaunten oder aber knurrigen, auf jeden Fall Ehrfurcht gebietendem Menschen nach Strich und Faden durch die Mangel genommen. Zuerst noch recht freundlich, später aber ohne Gnade. So nach dem Motto „you are a very good shooter, but ....“

Zudem besteht die meiste Zeit aus Warten. Warten auf den nächsten Schuss, auf das Pfeile holen, auf die Mittagspause, auf was weiß denn ich. Es mag sich, besonders für die westlichen Schützen, befremdlich anhören, wenn man an einem Tag gerade mal 10 Schüsse abgibt, aber das ist durchaus normal. Je niedriger die Graduierung, desto mehr Schüsse kann/darf man schießen. Bewegt man sich in höheren Regionen, sind auch nur 2 Schüsse an einem Seminartag gar keine Seltenheit. Es geht das mehr um die Form als solches. Nichtsdestotrotz sind solche Tage sehr lehrreich, zumal in einer Umgebung wie dem Meiji-Dojo.

 

Ich habe in der Zeit sehr nette Menschen aus vielen europäischen Ländern kennen gelernt und so kann dieses Seminar durchaus unter die Kategorie kultureller Austausch fallen.

 

Das Seminar schloss mit der Aufforderung, uns weiterhin kräftig anzustrengen und immer das Beste zu geben, ab und wir wurden in Richtung Nippon Budokan entlassen.

 

Dort fand am Freitag und Samstag die erste offizielle Veranstaltung der IKYF statt. Das hieß natürlich Festreden, wobei hier besonders die Ehrenpräsidentin, eine Prinzessin des japanischen Kaiserhauses hervorzuheben ist. Die Dame übt sich selbst am Kyudo, was an sich schon eine feine Sache ist. Ihre Rede hielt sie selbst auf Japanisch (logisch) und perfektem Englisch (war ich überrascht) und was sie sagte, war sehr ansprechend.

Bemerkenswert, wenn auch weniger positiv, war die Rede des deutschen Botschafters. Ganz uneingebildet wie ich nun mal bin, behaupte ich einfach, dass der Gute nur von der Veranstaltung wusste, weil ich Mitte März seine Agrarreferentin zu dem Treffen einlud. Wie auch immer, er fühlte sich ebenfalls bemüßigt, ein paar Grußworte an die versammelte Kyudogemeinde zu richten. An sich kein Vergehen, wenn man nur keine solche emotionslose und lahme Rede halten würde. Wobei weniger die Inhalte, als viel mehr die Vortragstechnik unter aller Kanone waren. Ich habe mich fast geschämt, dass so ein steifer, langweiliger, emotionsloser Redner der deutsche Botschafter ist. Meine Güte, wenn das mein Angestellter wäre, würde ich ihm erst mal einen Rhetorikkurs verordnen.

 

Viel interessanter waren da die Vorführen. Angefangen hat die ganze Veranstaltung mit einer Art japanischem Theater – Kyogen. Was das im Genauen ist, kann ich gar nicht sagen und bin auch jetzt zu faul, das nachzuschauen. Aber die Gruppe bestand aus einer Flötenspielerin, einem Taikotrommler und zwei „Schauspielern“, die eine sehr eigentümliche, nichtsdestotrotz faszinierende Show boten. Japanisch eben ;-)

Eine weitere Darbietung war eine Shintozeremonie, ausgeführt von den Oberen der Ogasawara-ryu, einer speziellen Schule innerhalb des Kyudo. Gekleidet in  wallende weiße Gewänder mit lustigen Kopfbedeckungen und noch lustigeren Schuhen bewegte sich diese Gruppe in absolut festgelegten Bahnen in schöner Harmonie und mit voller Würde. Das Hauptzeremoniell bestand im Abschuss eines Pfeils mit einem Flötenkopf. Dieser spezielle Pfeil wird im nur bei besonderen Anlässen abgeschossen und der Flötenton soll Glück bringen.

Die eindrücklichste Vorstellung aber war der Auftritt am Schluss. Eine Gruppe aus rund 20 Schützen, gekleidet in die Uniform der Bushi/Samurai des Satsuma-Clans aus Kagoshima führte eine Schlachtformation vor, wie sie zu Zeiten früherer Kriege angewandt wurde. Dabei wird zuerst aus dem Kniestand aus langer Distanz in sehr schneller, eher ungezielter Folge auf den Angreifer geschossen. Sind die ersten Pfeile verschossen, erfolgt ein nahtloser Übergang in geordnetes Vorrücken, wobei immer versetzt geschossen wird. Jeder zweite Schütze bereit sich vor, während die andern langsam vorrücken und gezielte Schüsse auf den Gegner abgeben. Jeder Schuss wird mit „kai“, den Kriegsschrei geschossen. Für uns, die wir in der Regel ruhig, langsam und beherrscht schießen (sollen), war diese Vorführung eine Gänsehautangelegenheit. Zwanzig Schützen in prachtvollen Uniformen mit lautem Geschrei schießen, was der Bogen hergibt, in geordneter Schlachtformation und mit vollem Einsatz. Da zeigte sich, von was das heutige Kyudo tatsächlich abstammt.

 

Daran anschließend schoss der Vorsitzende der IKYF, ein 10. Dan Hanshi, den höchsten Rang, den man im Kyudoleben erlangen kann und wovon es vielleicht ein oder zwei lebende auf dieser Welt gibt, eine weitere Eröffnungszeremonie.

Es folgten weitere Zeremonien, bevor dann der eigentliche, für uns Westler interessante Wettkampf anfing.

Typisch japanisch, war bis kurz vor Beginn nicht klar, wie der Wettkampf denn nun tatsächlich stattfinden würde. Klassisches Turnier mit Endausscheidungskämpfen oder jeder nur zwei Pfeile oder wie? Solche Dinge werden in Japan gerne erst kurz vor Beginn entschieden und wer sich davon verrückt machen lässt, hat eh schon verloren. Eben doch ein wenig anders, als im meistens „wohl“ organisierten Deutschland.

Jedenfalls war es schlussendlich so, dass jeder nur zwei Pfeile schießen sollte, wobei diejenigen, die zwei Treffer hatten, eine besondere Auszeichnung erhalten sollten. Und so stelle man sich mal vor – eine Halle mir rund 1.500 Leuten, mitten in Tokyo neben dem Kaiserpalast, Kameras, Scheinwerfer, Krach und überall wuselt und rennt es und keiner weiß so recht, wohin er gehen und wann er dran ist. Und alles hängt an nur diesen zwei Pfeilen – Kyudo in Reinform würde ich sagen.

Geschossen wurde nach Nationen, wobei eine Fünfergruppe immer aufgefüllt wurde. So konnte es sich ergeben, dass auch gemischte Gruppen schossen. Ich war irgendwo in der Mitte angesiedelt und konnte so wenigstens die ersten Schützen beobachten und mir schon mal ein Bild des Kommenden machen. Aber wenn man dann in den Katakomben steht, in voller Montur und wartet und wartet und wartet, hilft auch das beste Bild nichts mehr. Da hilft nur noch rein und das beste draus machen. Witzigerweise war einer der anwesenden Betreuer ein Amerikaner, der bereits auf dem Seminar Betreuer war und mit dem ich in Chiba geschossen hatte. Wir beide hatten eine Menge Spaß kurz bevor es losging und hier konnte ich endlich meine Erfahrungen aus einem Jahr Schießen in Japan ausspielen. Ich wusste dann schon ungefähr, wie der Hase laufen würde, das Chaos war mir wohl vertraut und den Amerikaner kannte ich ebenfalls. Klar war ich nervös, aber andere waren noch wesentlich schlimmer dran und so hatte ich jedenfalls eine Menge Spaß.

Wenn man dann allerdings rein läuft, hört der Spaß auf. Ich weiß nicht mehr allzu viel von den beiden Schüssen. Sie waren nicht schlecht, aber beide daneben und das taihai als solches wahr auch nicht schlecht. Die Schüsse lagen nur knapp neben dem Mato, kamen relativ kraftvoll und sogar das nobiai war erstaunlich „lang“. Aber die Atmosphäre, die vielen Menschen, der Krach, die Kameras und Scheinwerfer, die vielen Mitschützen (immer 20 auf einmal), das Wissen, im wichtigsten Dojo Japans zu schießen – das alles war zwar bewusst, aber ganz weit nach hinten gedrängt. Und so lange die Vorbereitungen liefen, so schnell war der ganze Spuk schon wieder vorbei. Man braucht nicht lange für zwei Schüsse und bevor man so richtig realisiert, was man macht, ist man schon wieder draußen. Irres Gefühl.

 

Der weitere Tag ist schnell erzählt. Es folgten die restlichen Schützen, wobei es nur sehr wenige Schützen gab, die tatsächlich beide Schüsse trafen – egal ob Japaner oder Nichtjapaner, sensei oder halber Anfänger.

 

Der Samstag war als Wettkampftag den japanischen Schützen gewidmet, so dass wir gaikokujin entweder frei machten oder aber ins Meiji-Dojo gingen, um für den morgigen Tag ein letztes Mal zu üben, was die meisten auch taten.

Des Abends ging ich mit Horst, seiner Frau Marel, Hans-Günter und Wolf noch mal lecker Essen nach Shibuja und wenn mir noch mal einer sagt, ich wähle ein Restaurant nur nach dem Lächeln einer kleinen, hübschen Japanerin aus, die ihr Lokal draußen anpreist, verweise ich ohne weiteren Kommentar auf meine hervorragenden Japanischkenntnisse und die Tatsache, dass dieses Essen doch recht lustig und lecker war – einmal quer durch die Speisekarte, wobei nie klar war, was wir da eigentlich aßen.

 

Sonntag – der große Tag. Alle Bemühungen der letzten Monate und besonders der letzten Tage waren auf diesen 15. April ausgerichtet. Der Prüfungstag im Meiji-Dojo.

Zeitig waren alle anwesend, eine spürbare Nervosität machte sich allenthalben breit und dann war mal wieder eine japanische Eigenschaft gefragt – Geduld haben und warten können. 400 Leute wollen geprüft werden und selbst wenn in 2 Dojos mit insgesamt 4 Prüfungsmöglichkeiten jeweils 5 Leute geprüft werden, so dauert das doch seine Zeit.

Und Japan wäre nicht Japan, wenn sich nicht wieder (fast) alles ändern würde. Im „Geheimen“ hatte uns unser sensei beim Seminar mitgeteilt, wer während der Prüfung auf welcher Position schießen würde. Das dürfen sie eigentlich nicht machen, aber das Wissen erleichtert einem zum einen das Üben im Vorfeld, hat doch jede Position ihre Eigenheiten und nimmt einem somit ein gutes Stück Nervosität. Und wer hätte das gedacht – ich war wieder mal auf Position eins. Nicht neues im Osten also.

ABER – und hier kommt Japan ins Spiel und ich hatte es jedem prophezeit – diese Positionen sind noch lange nicht fix. Aber was gilt der Prophet schon im eigenen Lande. Doch er hatte recht. Aus welchen Gründen auch immer, verschob sich alles um eine Position nach vorne und so stand ich auf einmal nicht mehr auf Position eins, sonder auf fünf. Selten nur stand ich da und dummerweise hatte ich versäumt, im Prüfungsdojo zu trainieren. Alles neu macht der .....

Aber nichts kann einen solch weltgewandten, weitgereisten und japanerfahrenen Weltenbummler wie mich aus der Ruhe bringen und dass mein Herzschlag irgendwo bei 200 bpm gelegen hat und der Schweiß fast in Strömen die Hände runter lief, wollen wir unter den Tisch fallen lassen. Wobei – anderen erging es noch viel schlimmer ;-)

 

Erwähnenswert ist sicherlich noch die schriftliche Prüfung. 100 Mann eingepfercht in einen Raum, der gerade alle fassen konnte und vorne vier Wächter. Einer ein japanischer sensei und jeweils ein Engländer, ein Deutscher und eine Französin, die die Prüfungsfragen in die jeweiligen Sprachen übersetzten, durfte doch jeder, außer die Dänen, in seiner Muttersprache schreiben. Welch Luxus!

Neben mir saß ein Bajuware, Zahnarzt und Psychologe mittleren Alters, der die ganze Sache ebenso ernst nahm, wie ich. Denn ehrlich gesagt, wichtig war die Sache an sich schon, nur mit dem Wissen von drei schriftlichen Prüfungen im Hinterkopf, konnte diese Prüfung nicht schief gehen. Einzige Besonderheit war, dass man frühestens nach einer halben Stunde nach Prüfungsbeginn den Raum verlassen durfte.

So diskutierten wir trefflich über unsere Schriften, über den Rücken seiner vor uns sitzenden Ehefrau und überhaupt über den Sinn des Lebens, dazu geistreiche Zeichnungen auf den Prüfungspapieren, die leider hinterher wieder ausradiert werden mussten. Welch Schande...

Irgendwann war auch das Leiden rum um, wobei ehrlicherweise erwähnt werden muss, dass ich diese Aufgaben in nur einem Jahr viermal erfüllen durfte. 2. und 1. Kyu sowie 1. und 2. Dan – jeweils die gleichen Fragen.

Was bleibt sonst noch zu sagen – das Warten war fürchterlich und die Stimmung gespannt. Umso größer der Jubel bei denen, die letztendlich die Prüfung bestanden.

Aus (nicht nur) meiner Sicht waren die Prüfer gerade in den unteren Danrängen sehr kulant und vom 1. bis zum 3. Dan bestanden fast alle. Ich selbst wäre da wesentlich strenger gewesen, v.a. ab dem 2. Dan. Doch wahrscheinlich war es auch Absicht der Ausrichter, dass die angereisten Ausländer dieses Seminar in guter Erinnerung behalten sollten.

So war der Jubel allenthalben groß und ich konnte für mich ein sehr erfolgreiches Kyudojahr verbuchen.

 

Der Sonntag war dann noch mal geprägt vom Umzug aus der JuHe in das Hotel, in dem ein Großteil der restlichen Deutschen untergebracht war, denn die JuHe akzeptierte nur sechs Nächte am Stück. Der Umzug verlief relativ reibungslos und der Abend stand uns offen.

 

Während ich diese letzten Zeilen schreibe, ist mein Aufenthalt in Japan leider schon lange zurück und daher ist die Erinnerung nicht mehr die Allerbeste.

Aber ich kann mich noch sehr gut an das eine oder andere Detail erinnern. So sind natürlich die Restaurantbesuche mit Horst, seiner Frau und Hans-Günter zu erwähnen. Ich war, natürlich aufgrund meiner überragenden Japanischkenntnisse, auserwählt, für die Lokalität zu sorgen. Beim ersten Mal ging es rein nach Shinjuku und glücklicherweise erschienen wie ein Wink des Schicksals die Kanji von „yakiniku“ vor mir. Wir also rein, eine furchtbar enge Treppe hoch in den ersten Stock und gewartet, bis ein paar Gäste einen der vier Tische für uns frei machten. Was es gab, war nicht so recht klar, denn wie immer bestellte ich einfach nach dem Gusto und der Empfehlung des Restaurants (welches, am Rande erwähnt, von Koreanern betrieben wurde) und so gab es allerhand Leckeres und unbekanntes.

Der zweite Restaurantbesuch war fast noch besser. Wieder ging es in die zuletzt aufgesuchte Strasse. In Japan ist es durchaus üblich, dass draußen auf der Strasse zumeist junge Menschen stehen und potenzielle Kunden einfangen sollen. Dazu haben sie oft Speisekarten dabei und brüllen sich lauthals die Seele aus dem Leib. Unsere kleine Gruppe schlenderte also durch das Gebrüll, als da auf einmal eine junge Japanerin vor uns stand. Im Nachhinein wurde mir ja vorgehalten, ich hätte dieses Restaurant nur wegen der hübschen Dame vor der Haustür ausgesucht, aber das sind haltlose Unterstellungen, die ich weit von mir weise. Witzig war es dennoch, denn auch hier ging es ans Eingemachte. Die Speisekarten waren wie gewohnt unleserlich, aber dafür war die Bedienung fit. Manchmal war der junge Mann von unseren sehr unspezifischen Wünschen etwas überfordert („Bringen Sie bitte einfach was“) aber das Essen war wunderbar und die Gesichter meiner Freunde das ein oder andere Mal ebenfalls, beim Anblick der Speisen.

Die Krönung lieferte unsere Bedienung zum Schluss, als mir partout nichts mehr einfallen wollte, was wir noch essen könnten, aber dennoch einen abschließenden Gang brauchten. Auf die Bitte, doch einfach das zu bringen, das ihm selbst am besten schmecke, wand er sich auf gar köstliche Weise, aber letztendlich brachte er eine Suppe vom allerfeinsten. Lange lustig beschreibt diesen Abend sicherlich sehr gut.

 

Montag war Abreisetag für die  Kyudoka und für mich ein Brückentag. Es galt doch noch, die letzten Tage bis zum Heimflug zu verbringen. Wann ich wen noch alles traf, weiß ich so genau nicht mehr. Dennoch durfte ich diese letzten Tage mit meiner holden Dame Yuko verbringen. Wir quartierten uns in irgendeinem Hotel in Tokyo ein und genossen einfach diese letzten Tage in Zweisamkeit.

 

Der Abflug war hart. Zum einen die Trennung aufs Ungewisse von meiner holden Dame, die Trennung von einem liebgewonnenen Land und Narita ist nicht gerade ein Ort des schönen Abschieds. Auf der anderen Seite auch die Freude auf zuhause, obwohl alles ungewiss sein würde – sehr zwiespältige Gefühle also.

 

Mein erster Eindruck über europäischem Boden waren die Felder Hollands und nach den vielen Bergen Japans war das geradezu ein Schock und die Frage kam auf, ob es sich denn hier wohl gut leben lasse. Sentimental beschreibt meine Stimmung wohl noch am besten.

In Shiphol, dem Amsterdamer Flughafen gab es erst mal wieder eine Verspätung, die ich mit ein paar jungen schweizer Touristen und einer Vollkornstange verbrachte. Lecker war die, das kann man sich gar nicht vorstellen.

Die Ankunft irgendwann im Dunkeln in Zürich, mein wartender Bruder und die Fahrt gen Tafern waren schön und eindrücklich. Nicht vergessen werde ich den Geruch der warmen, sommerlichen Nacht während einer kurzen Pause. Jedes Land riecht anders – dies wurde mir hier eindrücklich gezeigt. Diesen Geruch gibt es so nur hier.

30. November 2007

Ein Rückblick

Heute, gut ein halbes Jahr nach der Rückkehr hat sich natürlich vieles verändert.

Die Heimkehr war schön und verlief wesentlich unspektakulärer als befürchtet. Der Kulturschock hielt sich in Grenzen, wobei ich selbst heute noch das eine oder andere Mal mich dabei erwische, wie ich gefühlsmäßig noch in Japan bin.

Einerseits habe ich mich sehr schnell wieder an das Leben hier gewöhnt, andererseits fällt manches noch schwer. Der Blick auf die Dinge hat sich grundlegend gewandelt Ich kann allerdings schwer sagen, wie, aber ich würde behaupten, Gelassenheit und die Gunst der Stunde sind mir wichtiger geworden.

Ich kann sagen, dass mich dieses Jahr in Japan nachhaltig geprägt hat und ich davon sehr stark profitiert habe. Sicherlich war es nicht immer leicht in Japan. Dennoch haben mich gerade die schweren und anstrengenden Tage und Situationen vor allem persönlich voran gebracht. Ich durfte wunderbare Menschen kennen lernen, eine fantastische Kultur erfahren und ein sehr schönes Land bereisen.

Sicherlich, Japan ist nicht der Himmel auf Erden und es gibt durchaus einige Dinge, die mir unangenehm aufgefallen sind.

Aber das große Resümee nach einem Jahr lautet: Es hat sich in jedem Fall gelohnt und ich kann jedem nur raten, sich selbst auf solch einen Weg zu begeben.

 

Was die Zukunft bringt, vermag ich nicht zu sagen, aber ich bin guter Dinge und gehe mein weiteres Leben sehr entspannt an. Irgendwas ergibt sich immer.

 

Heute war das Seminar für die neuen Japanfahrer in Bonn. Ich wurde als Ehemaliger als Referent eingeladen, um aus dem Leben zu berichten. Es war sehr spannend, auf der anderen Seite zu stehen, die Fragen zu hören und ich fühlte mich sehr an die Zeit von vor zwei Jahren erinnert. Wie schnell die Zeit doch vergeht. Mit guten Ratschlägen habe ich nicht gegeizt, weiß ich doch ganz genau, wie Japan funktioniert .... dennoch bin ich gespannt, wer von den sechsen tatsächlich nach Japan fahren darf. So habe ich drei Generationen Japanfahrer kennen lernen dürfen. Irgendwie ist jeder anders und doch alle irgendwie gleich ...

 

 

 

Das hätte noch rein sollen ..

Die folgende Liste stellen Ereignisse dar, die es auch Wert gewesen wären, beschrieben zu werden. Doch Zeit, Lust und derlei Dinge mehr ließen es einfach nicht zu. Zu fast jedem der Punkte könnte ich eine Geschichte erzählen, aber es muss ja noch was für ein Gespräch über bleiben.

 

 

Umweltbewusstsein

Essen

Sockenflicken

Negi – Preise, Anbaumethoden, Probleme, Wettereinfluss, pH,

Reis

Service

Wäsche

Feiertage

Begegnung im Supermarkt mit den Mädels

Kombinis

Insektenpanik

Wie man in Wald rein schreit....

Reisernte und der nahende Taifun/Regen

Haare schneiden und das Ergebnis

Verbrannte Erde

neuer großer Futon von obaasan...

Deutschlernen mit Ukawa-san??

Die Leiden des jungen Gärtner 2 – die Olympiade

Geldautomat

Himmelsrichtungen

Die Brutstätte des  Terrorismus

Kein Wasser im Fluss – seit Wochen kein Regen

Der Tag mit Ukawa-san Yashima, Goshikidai, Setoohashi, mikado-onsen

Reisanbau durch den Eigentümer

Der Baustellenwinker

Obaasans „heimliche“ Art...

Kagawa-san und das Verhalten der Frauen

Das Auge isst mit – Aussehen des Kohls und der Abfall....

Wie lauten die Neujahrsgruesse

Sie  haben’s wahr gemacht – der Zeitungsartikel

Kyudo, Negi und das Leben

Daiko – Hellldriver on earth

Apriltemperaturen, Bewässern

Betriebsbesichtigungen – Metzgerei, Shiitake, Milchvieh, Tomaten

Die letzten beiden Wochen – jeden Abend volles Programm

Yukos Graduate Ceremony

Hakamaankleidezeremonie beim Friseur

Die nette Frau im Cafe, als Yuko beim Friseur war

Der nette Schaffner, der wieder Geld zurück gab

Abschied mit den Kollegen und die lange Nacht mit Damen und Bar

Abschied Ukawa-san

Hanami mit Yuko in Tokushima Chuo-koen

Atsuko-san aus Witzenhausen zu Besuch

Kasa-Sandsturm aus China – alles gelb und duster

Heimreise und erste Gefühle vom Flugzeug aus

Ankunft und der erste Tag danach – auf’m Dach

   
 

Dank

Wem soll ich nach solch einer Erfahrung alles danken?

Da gäbe es sicherlich viele. Menschen, die mir im Vorfeld Mut zusprachen, die mich erst auf die Idee brachten, nach Japan zu fahren, Menschen, die auch in den weniger schönen Momenten für mich da waren. Menschen, die mir unbeschreibliche Dinge zeigten, Situationen ermöglichten, halfen oder wie auch immer persönlich oder im übertragenen Sinne an meiner Seite standen. Und noch viele Menschen mehr.

Ihr alle habt an meiner Reise großen Anteil und seid nicht vergessen.

Nur einem gilt es zu danken – dem Leser dieses Tagebuchs. Ohne ihn hätte es dieses Dokument so nie gegeben und dafür bin ich wirklich dankbar. Allzu schnell überkommt einen das Vergessen, doch mit diesem Zeugnis kann dem entgegen getreten werden. Hab Dank dafür.

 

Und eines kann ich mit Sicherheit sagen:

Leben kann man überall irgendwie. Aber ohne Freunde ist man ein ganz armes Schwein.

 

Danke an alle Freunde.

   
   
   
   
   
   
  Tja, meine lieben Leser - das waren die wohl letzten Worte auf dieser Seite in meinem Tagebuch. Mir hat die Schreiberei sehr viel Spaß gemacht und Deine Resonanz war immer wieder Antrieb, weiter zu schreiben. Wer weiß, was die Zukunft bringt. Vielleicht steht hier irgendwann mal ein Tagebuch einer neuen Reise.